Millionen Wohnungen trotz Wohnungsnot leer
Vor allem in Großstädten stehen viele Wohnungen seit Jahren unbewohnt.

In Deutschland stehen trotz der anhaltenden Wohnungsnot fast zwei Millionen Wohnungen leer, vor allem in Großstädten. Laut dem Statistischen Bundesamt waren es zum Stichtag 15. Mai 2022 rund 1,9 Millionen Wohnungen, die aus verschiedenen Gründen nicht genutzt wurden. Dies entspricht einer Leerstandsquote von 4,3 Prozent. In Berlin waren mehr als 40.000 Wohnungen unbewohnt, während in München über 20.000 Wohnungen leer standen. Auch in anderen großen Städten wie Hamburg und Leipzig gab es Tausende leerstehende Wohnungen, in beiden Städten waren es knapp unter 20.000. Dresden meldete etwa 13.000 ungenutzte Wohnungen.
Die Leerstandsproblematik zeigt sich jedoch weniger drastisch in kleineren Städten. In Erfurt, der Hauptstadt Thüringens, standen zum Stichtag rund 5.000 Wohnungen leer. In Tübingen und der Universitätsstadt Marburg lag die Zahl der unbewohnten Wohnungen jeweils bei etwa 1.000. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Problematik des Leerstands sich regional unterschiedlich stark auswirkt.
Besonders auffällig ist, dass über die Hälfte der leerstehenden Immobilien seit mehr als einem Jahr nicht mehr bewohnt war. Nur etwas mehr als ein Drittel der leeren Wohnungen war innerhalb der nächsten drei Monate bezugsfertig. In den Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin lag der Anteil der schnell verfügbaren Wohnungen zwischen 52 und 61 Prozent. Diese Diskrepanz zeigt, dass es erhebliche Unterschiede in der Verfügbarkeit von Wohnraum gibt.
Für fast jede vierte leere Wohnung (24 Prozent) waren Baumaßnahmen oder Sanierungen geplant, während ein Abriss nur bei vier Prozent der leerstehenden Wohnungen vorgesehen war. Sieben Prozent der leeren Wohnungen sollten entweder verkauft oder von den Eigentümern selbst genutzt werden. Diese Pläne deuten darauf hin, dass es verschiedene Gründe für den Leerstand gibt und nicht alle Wohnungen kurzfristig dem Mietmarkt zur Verfügung stehen werden.
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Zur AktienanalyseDie Daten stammen aus dem Zensus 2022, der auf amtlichen Registern und einer Befragung von zwölf Prozent der Bevölkerung basiert. Rund 23 Millionen Eigentümer sowie etwa 8.000 Wohnungsunternehmen gaben im Rahmen der Gebäude- und Wohnungszählung Auskünfte zu ihren Immobilien. Diese umfangreiche Datenerhebung bietet einen detaillierten Einblick in die Situation des Wohnungsmarktes und verdeutlicht die Herausforderungen, denen sich die Politik und Stadtplaner stellen müssen. Trotz des offensichtlichen Bedarfs an Wohnraum bleiben viele Wohnungen ungenutzt, was auf strukturelle Probleme im Immobilienmarkt hinweist.

