Milliardär Kretinsky drängt auf Einstieg bei Thyssenkrupps Stahlsparte
Der tschechische Milliardär verhandelt über eine Beteiligung und betont die Bedeutung der Dekarbonisierung

Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky zeigt ein verstärktes Interesse am deutschen Stahlriesen Thyssen-Krupp. Kretinsky, bekannt für seine wirtschaftliche Präsenz in Europa, möchte nun bei der Stahlsparte von Thyssen-Krupp einsteigen. Seine Absicht, sich zur Hälfte an der Stahlsparte zu beteiligen, wurde durch öffentliche Statements und Gespräche mit Miguel Lopez, dem CEO von Thyssen-Krupp, unterstrichen.
Die EPH-Holding, unter Kontrolle von Kretinsky, bekräftigt, dass sie sich als geeigneter Kandidat für den Einstieg bei Thyssen-Krupp Steel Europe sieht. Diese Überzeugung fußt auf dem Engagement der EPH-Muttergesellschaft EP Corporate Group (EPCG), die bereits in der Vergangenheit Interesse an der Dekarbonisierung von Thyssenkrupp Steel Europe gezeigt hat. EPCG bietet nicht nur finanzielle Stärke, sondern auch strategische Synergien, um den Wandel zur grünen Produktion effizient zu unterstützen.
Thyssen-Krupp selbst steht aktuell vor der Herausforderung, hohe Investitionen für den Wandel zu einer umweltfreundlichen Produktion zu tätigen. Dieser Schritt ist unumgänglich, da die Stahlproduktion, eine konjunkturanfällige Branche, sich den steigenden Preisen für Energierohstoffe und den damit verbundenen Emissionen stellen muss. Hier kommt Kretinskys Angebot ins Spiel: Durch seine Energiesparte EPH, eine der zehn größten europäischen Stromerzeuger, bringt er wertvolles Wissen über Energierohstoffe wie Strom, Wasserstoff und Erdgas in die Verhandlungen ein.
Zudem hat Kretinsky mit seinen Beteiligungen an den ostdeutschen Kohleunternehmen LEAG und Mibrag bereits bewiesen, dass er in der Energiewelt zu Hause ist. Seine angekündigten Milliardeninvestitionen in erneuerbare Energie in den nächsten Jahren könnten daher für Thyssen-Krupp ein entscheidender Vorteil sein.
Allerdings gibt es auch kritische Stimmen zu den laufenden Verhandlungen. Der Betriebsrat sowie die IG Metall forderten von Thyssen-Krupp-Chef Lopez mehr Transparenz im Umgang mit Kretinsky und drohten sogar mit Widerstand, sollten ihre Anforderungen nicht erfüllt werden. Trotz der Kritik betonte Lopez die Offenheit von Thyssen-Krupp gegenüber verschiedenen Interessenten und bezeichnete Kretinsky als einen verlässlichen Gesprächspartner.
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Zur AktienanalyseEs bleibt abzuwarten, wie sich die Verhandlungen weiterentwickeln und welchen Einfluss Kretinskys Einstieg auf die Zukunft von Thyssen-Krupp haben wird.


