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Mieten steigen in Großstädten um 50 Prozent

Besonders Berlin betroffen – Neubau bleibt hinter politischen Zielen zurück

Mieten steigen in Großstädten um 50 Prozent

In den 14 größten kreisfreien Städten Deutschlands sind die Angebotsmieten innerhalb eines Jahrzehnts um durchschnittlich knapp 50 Prozent gestiegen. Das geht aus einer Analyse des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hervor, die das Bundesbauministerium veröffentlicht hat. Die Daten basieren auf Online-Angeboten für Mietwohnungen zwischen 40 und 100 Quadratmetern und lassen regionale Unterschiede deutlich erkennen. Besonders stark betroffen ist Berlin: Dort haben sich die Neumieten seit 2015 mehr als verdoppelt.

München bleibt trotz vergleichsweise moderater Steigerung mit einem Quadratmeterpreis von fast 22 Euro die teuerste Stadt Deutschlands. Dahinter folgen Berlin mit knapp 18 Euro und Frankfurt am Main mit etwa 16 Euro pro Quadratmeter. Auch Leipzig und Bremen verzeichnen deutliche Zuwächse. In Leipzig stiegen die Angebotsmieten um 67,7 Prozent, in Bremen um 57 Prozent. Das geringste Plus zeigt Dresden mit einem Anstieg von 28,4 Prozent.

Die Linken-Abgeordnete Caren Lay kritisierte die bestehenden gesetzlichen Maßnahmen scharf. Die Mietpreisbremse sei ihrer Ansicht nach ineffektiv, da sie zu viele Ausnahmen zulasse. Beispielsweise sind Neubauten, die nach 2014 erstmals vermietet wurden, sowie umfassend modernisierte Wohnungen nicht betroffen. Zudem ermöglicht die sogenannte Indexmiete, die an die Inflation gekoppelt ist, Mietsteigerungen oberhalb der ortsüblichen Vergleichsmiete.

Die Bundesregierung plant mit dem neuen Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus eine Reaktion auf die angespannte Lage. Finanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil kündigte an, dass Genehmigungsverfahren künftig schneller ablaufen sollen. Kommunen sollen dafür unter anderem von bestehenden Bebauungsplänen abweichen dürfen. Ziel sei es, mehr und schneller bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Die Zahlen des Statistischen Bundesamts untermauern den akuten Handlungsbedarf: Im Jahr 2024 wurden bundesweit rund 251.900 neue Wohnungen errichtet – das sind 42.500 weniger als im Vorjahr, ein Rückgang von 14,4 Prozent. Schon 2023 war ein leichter Rückgang zu verzeichnen gewesen. Gründe für den Einbruch sind unter anderem hohe Baukosten, steigende Zinsen sowie ein Mangel an Fachkräften im Baugewerbe.

Trotz der weiterhin hohen Nachfrage hinkt der Wohnungsneubau den politischen Zielen hinterher. Die ehemalige SPD-geführte Bundesregierung hatte jährlich 400.000 neue Wohnungen versprochen – ein Ziel, das bislang nicht erreicht wurde. Die aktuelle Koalition aus CDU, CSU und SPD verzichtet auf eine konkrete Zielmarke.

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