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Microsofts Rekordinvestitionen schüren Zweifel an KI-Ausgaben

Trotz steigender Kosten wächst die Cloud-Sparte weiter und übertrifft Analystenerwartungen

Microsofts Rekordinvestitionen schüren Zweifel an KI-Ausgaben

Microsoft hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres mit einem Rekordwert von fast 35 Milliarden US-Dollar bei den Investitionen in seine Infrastruktur überrascht. Das Unternehmen kündigte zudem an, dass die Ausgaben im weiteren Jahresverlauf weiter steigen werden. Damit hat der Konzern seine frühere Prognose einer moderateren Ausgabenentwicklung revidiert. Der Schwerpunkt liegt weiterhin auf dem Ausbau der Kapazitäten für Cloud- und KI-Dienste, um die hohe Nachfrage zu bedienen. Anleger reagierten verunsichert auf diese Ankündigung, die Microsoft-Aktie verlor im nachbörslichen Handel rund vier Prozent.

Trotz der steigenden Kosten zeigt sich der Konzern operativ stark. Der Umsatz von Microsofts Cloud-Sparte Azure stieg im Zeitraum von Juli bis September um 40 Prozent und übertraf damit die Schätzungen von 38,4 Prozent. Für das laufende Quartal rechnet Microsoft mit einem weiteren Wachstum von 37 Prozent, leicht über den Erwartungen der Analysten. Finanzchefin Amy Hood erklärte, dass das Wachstum ohne Kapazitätsengpässe noch höher ausgefallen wäre. Diese Engpässe dürften laut Microsoft jedoch bis zum Ende des Geschäftsjahres 2026 anhalten.

Der Gesamtumsatz für das Quartal belief sich auf 77,7 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und über den Prognosen der Analysten. Der Gewinn je Aktie erreichte 3,72 US-Dollar und lag damit ebenfalls über den Erwartungen. Die Ergebnisse wurden nicht durch die neu gestaltete Vereinbarung mit OpenAI beeinflusst, die Microsoft eine Beteiligung von 27 Prozent im Wert von rund 135 Milliarden US-Dollar sowie Zugang zu geistigem Eigentum und künftigen Umsätzen sichert. Diese Partnerschaft gilt als zentral für den Ausbau von Microsofts KI-Angeboten, darunter der Unternehmensdienst 365 Copilot.

Mit einem Marktwert von rund vier Billionen US-Dollar bleibt Microsoft das zweitwertvollste Unternehmen der Welt hinter Nvidia, das kürzlich die Marke von fünf Billionen US-Dollar überschritten hat. Die starke Position verdankt der Konzern vor allem der engen Verknüpfung von Cloud- und KI-Diensten sowie der exklusiven Nutzung der Modelle hinter ChatGPT. Analysten lobten zudem die strategische Entscheidung des Managements, weniger rentable OpenAI-Verträge an Partner wie Oracle weiterzugeben und eigene KI-Modelle zu entwickeln. CEO Satya Nadella betonte, dass Microsoft bei jeder Entscheidung zwischen kurzfristiger Nachfrage und langfristigem Nutzen sorgfältig abwäge.

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