Microsoft Xbox droht massiver Stellenabbau unter neuer CEO Sharma
Neue Xbox-Chefin Asha Sharma plant umfassenden Umbau der Spielesparte – Entlassungen könnten bereits im nächsten Monat angekündigt werden.

Microsofts Xbox-Sparte steht offenbar vor einer weitreichenden Entlassungswelle. Wie Bloomberg berichtete, plant die neue CEO Asha Sharma einen umfassenden Umbau der Gaming-Einheit, der bereits im nächsten Monat mit einer „massiven" Entlassungsrunde beginnen könnte. Sharma übernahm die Führung der Xbox-Sparte im Februar dieses Jahres.
Die Lage bei Xbox ist nach eigenen Angaben der neuen Chefin ernst. Sharma erklärte auf einer Konferenz offen, dass sich die Xbox-Sparte „nicht in einer gesunden Verfassung" befinde und einen Neuanfang benötige. In einer internen Mitteilung an die Mitarbeiter legte sie die Zahlen auf den Tisch: Xbox hat in den vergangenen fünf Jahren rund 20 Milliarden US-Dollar in Hardware und Software investiert – während der jährliche Umsatz im gleichen Zeitraum um fast 500 Millionen US-Dollar zurückgegangen ist.
Strategischer Kurswechsel geplant
Neben dem Stellenabbau erwägt Sharma laut Bloomberg weitere strukturelle Änderungen. Dazu gehören eine stärkere Fokussierung auf exklusive Spiele für die eigenen Konsolen sowie Kürzungen bei den Marketingausgaben. Beides soll dazu beitragen, die Profitabilität der Sparte nachhaltig zu verbessern.
Sharma sprach auch über die Herausforderungen durch rasant steigende Speicherkosten, die die gesamte Hardware-Branche belasten. Sie betonte jedoch, dass Xbox aufgrund von Entscheidungen der vergangenen fünf Jahre stärker betroffen sei als viele Wettbewerber. „Wir werden keinen Erfolg haben, wenn wir harte Wahrheiten verschweigen, und wir werden auch keinen Erfolg haben, wenn wir dasselbe tun und andere Ergebnisse erwarten", schrieb Sharma in ihrer Mitteilung an die Belegschaft.
Jahrelange Investitionen ohne ausreichende Rendite
Der Hintergrund der Krise ist vielschichtig. Microsoft hatte in den vergangenen Jahren massiv in die Übernahme von Spielestudios investiert, um die Xbox-Plattform gegenüber dem Konkurrenten Sony und dessen PlayStation 5 wettbewerbsfähiger zu machen. Trotz dieser Milliarden-Investitionen blieb der erhoffte Umsatzschub aus.
Bereits vor Sharmas Amtsantritt hatte Microsoft mehrere Entlassungsrunden durchgeführt, einzelne Studios geschlossen und Spieleprojekte abgesagt, um die Margen zu verbessern. Der nun geplante Stellenabbau wäre damit eine Fortsetzung eines bereits laufenden Konsolidierungsprozesses – allerdings unter neuer Führung und mit einem klarer kommunizierten strategischen Rahmen.
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Zur AktienanalyseAuswirkungen auf die Microsoft-Aktie
Die Nachrichten belasteten auch den Kurs der Microsoft-Aktie. Im jüngsten Handel verlor das Papier rund 3 Prozent, allerdings vor dem Hintergrund eines breiteren Rückgangs bei Technologiewerten. Microsoft und Xbox reagierten bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht auf Anfragen für eine Stellungnahme.
Für deutsche Anleger und Xbox-Nutzer bleibt die Entwicklung der Sparte ein wichtiger Indikator dafür, wie Microsoft seinen Gaming-Bereich langfristig positionieren will. Ob der angekündigte Neustart unter Sharma gelingt, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen.


