Microsoft übertrifft Erwartungen: Azure wächst 43 Prozent, KI-Investitionen sinken
Rekordgewinn, Azure-Boom und überraschend gedrosselte KI-Ausgaben: Microsoft begeistert Anleger mit starken Quartalszahlen.

Microsoft hat im Geschäftsjahr 2026/27 ein beeindruckendes Wachstum erzielt. Angetrieben von der starken Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz und Cloud-Diensten kletterte der Jahresumsatz um 18 Prozent auf 332 Milliarden Dollar – umgerechnet rund 290 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte um gut ein Fünftel auf 155 Milliarden Dollar zu, während der Nettogewinn um fast ein Drittel auf knapp 134 Milliarden Dollar anzog.
Das ist einer der höchsten Jahresgewinne, den ein Unternehmen jemals in einem Geschäftsjahr erwirtschaftet hat. Zum Vergleich: Analysten rechnen bei anderen Technologiegiganten wie Alphabet oder Nvidia auf Jahresbasis noch mit höheren Ergebnissen.
Azure auf Rekordkurs
Besonders das vierte Quartal überzeugte: Microsofts Cloud-Plattform Azure verzeichnete ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 43 Prozent – der stärkste Quartalszuwachs seit 2022 und deutlich mehr als Experten erwartet hatten. Die Zahlen unterstreichen, wie stark Unternehmen weltweit auf Cloud-Infrastruktur und KI-gestützte Dienste setzen.
Firmenchef Satya Nadella vermeldete zudem einen wichtigen Meilenstein: Microsofts KI-Angebot Microsoft 365 Copilot kommt inzwischen auf mehr als 30 Millionen zahlende Nutzer. Noch drei Monate zuvor waren es rund zehn Millionen weniger – ein Zuwachs, der die wachsende Akzeptanz von KI-Tools in Unternehmen eindrucksvoll belegt.
Investitionsdisziplin begeistert die Börse
Ein besonderes Signal sendete Finanzchefin Amy Hood in der Analystenkonferenz: Microsoft wolle seine Investitionen in KI-Infrastruktur zähmen, statt sie wie andere Tech-Konzerne weiter hochzuschrauben. Konkret sollen die Kapitalausgaben für das laufende Geschäftsjahr bei rund 175 Milliarden Dollar liegen – statt der zuvor in Aussicht gestellten bis zu 190 Milliarden Dollar. Im vergangenen Quartal waren die Kapitalausgaben noch um 70 Prozent auf 41 Milliarden Dollar gestiegen.
Diese Botschaft kam an der Börse sehr gut an. Die im bisherigen Jahresverlauf schwächelnde Microsoft-Aktie legte im nachbörslichen US-Handel um knapp acht Prozent zu. Anleger honorierten damit die Kombination aus starkem Wachstum und signalisierter Kostendisziplin – ein Kontrast zu Wettbewerbern wie Meta oder Amazon, die ihre KI-Ausgaben weiter massiv ausweiten.
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Zur AktienanalyseAnalysten erwarten weiteres Wachstum
Der KI-Boom dürfte Microsoft noch lange antreiben. Laut einer Bloomberg-Umfrage unter Analysten soll der Umsatz im Geschäftsjahr 2028/29 auf fast 550 Milliarden Dollar steigen, der Gewinn auf rund 200 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Chiphersteller Nvidia, dessen Produkte die Grundlage moderner KI-Infrastruktur bilden, trauen Experten im Geschäftsjahr 2029/30 einen Umsatz von fast 750 Milliarden Dollar zu – bei einem Gewinn von mehr als 400 Milliarden Dollar, nach 120 Milliarden Dollar im vergangenen Geschäftsjahr.
Für Privatanleger bleibt Microsoft damit einer der zentralen Werte im KI-Sektor: solides Wachstum, steigende Nutzerzahlen bei Copilot und nun auch ein klares Bekenntnis zur Investitionsdisziplin.


