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Microsoft streicht 4.800 Stellen und gliedert vier Xbox-Studios aus

Der Softwarekonzern baut 2,1 Prozent seiner Belegschaft ab – die Xbox-Sparte verliert rund ein Fünftel ihrer Mitarbeiter.

Microsoft streicht 4.800 Stellen und gliedert vier Xbox-Studios aus

Microsoft hat einen massiven Stellenabbau angekündigt: 4.800 Arbeitsplätze werden mit sofortiger Wirkung gestrichen, was 2,1 Prozent der gesamten Belegschaft entspricht. Besonders hart trifft es die Xbox-Gaming-Sparte, die bis zum Geschäftsjahr 2027 insgesamt 3.200 Stellen abbaut – rund 20 Prozent ihrer gesamten Mitarbeiterschaft. Die Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Kostensenkungsstrategie des Unternehmens im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz.

Xbox-CEO Asha Sharma informierte die Mitarbeiter der Sparte in einer internen E-Mail über die Pläne. Demnach werden 1.600 Stellen bereits am Montag gestrichen. Die weiteren 1.600 Abgänge erfolgen zusätzlich zu den unternehmensweiten Entlassungen und sind bis zum Geschäftsjahr 2027 geplant. Eine mit der Angelegenheit vertraute Person, die anonym bleiben wollte, bestätigte, dass damit 20 Prozent der Xbox-Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.

Vier Gaming-Studios werden ausgegliedert

Im Rahmen der angekündigten Umstrukturierung werden vier bekannte Gaming-Studios aus dem Microsoft-Konzern ausgegliedert. Die Studios Compulsion Games und Double Fine Productions, die Microsoft in den 2010er Jahren übernommen hatte, werden wieder unabhängig. Ninja Theory und Undead Labs, die 2018 zu Microsoft stießen, haben laut Sharma „Vereinbarungen getroffen, um unter eine neue Eigentümerschaft zu wechseln".

Das in Frankreich ansässige Arkane Studios, das 2021 durch die 8,1 Milliarden Dollar schwere Übernahme von ZeniMax Media zu Microsoft kam, steht bezüglich strategischer Optionen in Kontakt mit seinem Betriebsrat. Damit verliert Microsoft in kurzer Zeit einen erheblichen Teil seiner Gaming-Entwicklungskapazitäten. Auch im kommerziellen Geschäft, das sich auf den Vertrieb an Unternehmenskunden konzentriert, sind Kürzungen vorgesehen.

Schwaches Aktienjahr und wachsender Druck durch KI

Microsoft war im bisherigen Verlauf des Jahres 2026 der schwächste Wert unter den sogenannten Megacap-Technologieaktien. Bis zum Börsenschluss am Freitag verzeichnete die Aktie ein Minus von 19 Prozent. Investoren befürchten, dass generative KI-Modelle weite Teile der Unternehmenssoftware verdrängen könnten, während Microsofts eigene KI-Modelle und -Dienste bisher noch keine großen Erfolge erzielen konnten.

Während das Unternehmen in den letzten Quartalen ein beschleunigtes Wachstum bei Cloud-Diensten und LinkedIn verzeichnete, hinkt es in anderen Bereichen hinterher. Dazu zählen Lizenzen für das Windows-Betriebssystem, Surface-Geräte und die Xbox-Gaming-Sparte, in der der Umsatz rückläufig ist. Im vergangenen Jahr hatte Microsoft bereits mehrere Entlassungsrunden durchgeführt, darunter eine, bei der 9.000 Stellen gestrichen wurden.

Freiwilliges Vorruhestandsprogramm als Novum

Im April führte Microsoft ein einmaliges Programm für den freiwilligen Vorruhestand ein – ein Novum für das Unternehmen. Das Angebot richtete sich an US-Mitarbeiter in der Position des Senior Directors und darunter. Mehr als ein Drittel der berechtigten Mitarbeiter nahm das Angebot an. Das Unternehmen werde „auch in Zukunft ähnliche Ansätze prüfen", hieß es intern.

Trotz der weitreichenden Umstrukturierungen betonte das Management, dass KI keine entlassenen Mitarbeiter ersetzt. Ein Großteil der Sorgen an der Wall Street hängt mit der Position des Unternehmens im Bereich KI zusammen – und dem Versäumnis von CEO Satya Nadella, eine kohärente Strategie für die Entwicklung von Modellen, Agenten und anderen Diensten vorzulegen. Die aktuellen Stellenstreichungen dürften den Druck auf Nadella weiter erhöhen, eine klare Richtung für den Konzern zu definieren.

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