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Micron und Qualcomm: Diese Aktien sind jetzt überkauft

Eine KI-getriebene Speicherchip-Rally trieb Micron um 37% und Qualcomm um 23% – doch hohe RSI-Werte warnen vor Rückschlägen.

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Micron und Qualcomm: Diese Aktien sind jetzt überkauft

Die Woche stand ganz im Zeichen der Künstlichen Intelligenz: Eine massive Rally bei Speicherchip-Aktien bescherte Anlegern enorme Kursgewinne. Der S&P 500 legte um mehr als 2% zu, während der technologielastige Nasdaq Composite um 4% höher schloss. Der Dow Jones Industrial Average, der stärker von Unternehmen der Old Economy geprägt ist, erzielte im Wochenverlauf lediglich ein kleines Plus.

Besonders stark schnitten Halbleiter-Speicherchips und Datenspeicher-Aktien ab. Der Roundhill Memory ETF (DRAM) stieg in dieser Woche um fast 30%. Auslöser der Rally waren Ergebnisberichte für das erste Quartal, die einen Engpass bei Speicherchips angesichts der sprunghaft ansteigenden Nachfrage offenbarten.

Überkaufte Speicherwerte: Micron und Qualcomm im Fokus

Die kräftigen Kursgewinne haben jedoch eine Kehrseite: Mehrere Aktien gelten nun als technisch überkauft. Dieser Zustand tritt ein, wenn der Relative-Stärke-Index (RSI) eines Wertpapiers die Marke von 70 überschreitet – ein Signal, das auf eine mögliche Überhitzung und bevorstehende Kurskorrektur hinweist.

Micron Technology verzeichnete in dieser Woche einen Kursanstieg von fast 37% – die beste Wochenperformance seit 2008. Der RSI der Aktie liegt nun bei 82. Obwohl Micron von den meisten Analysten mit „Kaufen" bewertet wird, liegt das durchschnittliche Kursziel der Analysten rund 23% unter dem aktuellen Kursniveau.

Qualcomm legte in derselben Woche um mehr als 23% zu und weist nun einen RSI von 86 auf. Die Analysten bewerten den Halbleiterwert im Konsens mit „Halten". Auch hier zeigt sich die Überhitzung deutlich: Das Konsenskursziel der Analysten liegt rund 22% unter dem aktuellen Kurs – ein ungewöhnlich großer Abstand, der die Geschwindigkeit des Anstiegs widerspiegelt.

Überverkaufte Titel: EPAM und Zoetis unter Druck

Auf der anderen Seite des Spektrums finden sich Aktien mit einem RSI unter 30 – diese gelten als überverkauft und könnten für eine Erholung bereit sein. Zu den am stärksten überverkauften Titeln im S&P 500 zählt in dieser Woche EPAM Systems, ein Software-Engineering-Dienstleister.

EPAM verlor in dieser Woche mehr als 11% und weist nun einen RSI von lediglich 18 auf. Belastet wurde die Aktie durch eine Senkung der Umsatzwachstumsprognose für das Gesamtjahr: Das Unternehmen erwartet nun ein Wachstum von 4% bis 6,5%, nachdem zuvor 4,5% bis 7,5% prognostiziert worden waren. Analysten empfehlen EPAM im Konsens zum Kauf – das durchschnittliche Kursziel liegt fast 70% über dem aktuellen Kursniveau.

Ebenfalls stark unter Druck geriet Zoetis, ein Unternehmen im Bereich Tiergesundheit. Die Aktie brach in dieser Woche um mehr als 27% ein und weist einen RSI von knapp 15 auf – einen der niedrigsten Werte im gesamten S&P 500. Zoetis hatte im ersten Quartal beim bereinigten Gewinn die Erwartungen verfehlt und senkte zudem seine Gewinn- und Umsatzprognose für das Gesamtjahr. Die mit „Kaufen" bewertete Aktie müsste um 75% steigen, um das durchschnittliche Kursziel der Analysten zu erreichen.

Der RSI ist ein wichtiges technisches Analysewerkzeug für Anleger. Er misst die Geschwindigkeit und das Ausmaß von Kursbewegungen auf einer Skala von 0 bis 100. Werte über 70 signalisieren eine mögliche Überhitzung, Werte unter 30 deuten auf eine mögliche Unterbewertung hin. Für Privatanleger sind solche Signale ein nützlicher Hinweis – sie ersetzen jedoch keine umfassende Fundamentalanalyse.

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