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Micron Technology: Starkes Quartal – Ist die Aktie jetzt ein Kauf?

Micron übertrifft Analystenerwartungen deutlich und steigert Umsatz auf 41,5 Milliarden Dollar – trotzdem bleibt die Aktie günstig bewertet.

Micron Technology: Starkes Quartal – Ist die Aktie jetzt ein Kauf?

Micron Technology hat erneut ein spektakuläres Quartal abgeliefert. Der US-amerikanische Speicherchiphersteller präsentierte nach Börsenschluss am 24. Juni seine Ergebnisse für das dritte Geschäftsquartal und übertraf dabei die Erwartungen der Analysten deutlich. Obwohl die Aktie nach der Veröffentlichung zunächst kräftig zulegte, gab sie seitdem einen Großteil der Gewinne wieder ab. Im bisherigen Jahresverlauf verzeichnet das Papier dennoch ein beeindruckendes Plus von rund 236 Prozent.

Micron ist einer der drei großen Hersteller von DRAM (Dynamic Random-Access Memory) und profitiert massiv von den rasant steigenden Preisen für DRAM- und NAND-Speicher (Flash). Beide Speichertypen sind aufgrund des anhaltenden Ausbaus von Rechenzentren weiterhin knapp. Über 75 Prozent des Umsatzes von Micron entfallen auf DRAM, der Rest stammt größtenteils aus dem NAND-Bereich.

Micron läuft auf Hochtouren

Ein zentraler Wachstumstreiber ist der Bedarf an High-Bandwidth Memory (HBM), der gemeinsam mit KI-Chips wie Grafikprozessoren (GPUs) verbaut wird, um die Rechenleistung zu optimieren. Besonders der schnell wachsende Inferenz-Markt – also die Anwendung bereits trainierter KI-Modelle – ist tendenziell noch speicherintensiver als das Training von KI-Modellen selbst. Dies kurbelt die Nachfragedynamik weiter an. Microns HBM-Kapazitäten sind bereits bis 2027 und weit ins Jahr 2028 hinein ausgebucht.

Das Unternehmen prognostiziert für 2027 einen adressierbaren Gesamtmarkt von 100 Milliarden US-Dollar. Branchenprognosen gehen davon aus, dass die Nachfrage das Angebot im DRAM- und NAND-Markt weiterhin deutlich übersteigen wird. Insbesondere bei HBM und DRAM werden die Lieferengpässe laut Micron als „gravierend" eingestuft. Um das Angebot zu erweitern, erhöhte das Unternehmen sein Budget für Investitionsausgaben im laufenden Geschäftsjahr auf 27 Milliarden US-Dollar.

Rekordergebnisse im dritten Geschäftsquartal

Die Zahlen sprechen für sich: Micron steigerte seinen Quartalsumsatz von 9,3 Milliarden auf 41,5 Milliarden US-Dollar – und übertraf damit den von LSEG ermittelten Analystenkonsens von 35,8 Milliarden US-Dollar erheblich. Besonders stark wuchs das Cloud-Speicher-Segment, dessen Umsatz sich auf 13,8 Milliarden US-Dollar vervierfachte. Der Kernbereich Rechenzentren kletterte von 1,5 Milliarden auf 11,5 Milliarden US-Dollar.

Auch die übrigen Segmente zeigten starkes Wachstum:

Mobilbereich:

Umsatzsprung von 3,3 Milliarden auf 11,5 Milliarden US-Dollar

Automotive und Embedded:

Anstieg von 1,1 Milliarden auf 4,6 Milliarden US-Dollar

Die Bruttomargen stiegen auf beeindruckende 84,6 Prozent – nach lediglich 37,7 Prozent im Vorjahreszeitraum und 74,4 Prozent im zweiten Geschäftsquartal. Der bereinigte Gewinn pro Aktie (EPS) belief sich auf 24,67 US-Dollar, verglichen mit 1,68 US-Dollar vor einem Jahr. Analysten hatten lediglich 20,78 US-Dollar erwartet.

Ausblick und Bewertung: Ist die Aktie ein Kauf?

Für das vierte Geschäftsquartal prognostiziert Micron einen Umsatz von rund 50 Milliarden US-Dollar bei einer Bruttomarge von etwa 86 Prozent. Der bereinigte Gewinn pro Aktie soll im Mittelwert bei etwa 30,73 US-Dollar liegen – ein weiterer deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorquartal.

Trotz des anhaltend starken Wachstums und der massiven Margenausweitung gilt die Micron-Aktie als günstig bewertet. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis der Analystenschätzungen für das Geschäftsjahr 2027 liegt bei lediglich 7. Historisch gesehen handelt es sich bei Speicherchipherstellern um ein zyklisches Geschäft mit ausgeprägten Boom-und-Bust-Phasen. Micron hat jedoch inzwischen rund 40 Prozent seines Umsatzes durch langfristige strategische Kundenvereinbarungen abgesichert – ein wichtiger Stabilitätsfaktor.

Angesichts des sprunghaften Anstiegs der Ausgaben für KI-Infrastruktur und der damit verbundenen Nachfrage gibt es kaum Anzeichen dafür, dass der Speichermarkt in absehbarer Zeit ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage erreichen wird. Für Anleger, die auf den KI-Infrastruktur-Boom setzen möchten, erscheint die Micron-Aktie auf dem aktuellen Niveau daher attraktiv bewertet.

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