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Micron-Aktie: Nach 850 Prozent Plus lohnt der Einstieg noch?

Die Micron-Aktie schoss binnen eines Jahres um über 850 Prozent nach oben. Trotz des Kursrückgangs bleibt die Bewertung günstig.

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Micron-Aktie: Nach 850 Prozent Plus lohnt der Einstieg noch?

Manche Unternehmen treten mit großem Selbstbewusstsein an die Börse und sorgen mit aufwendigen Börsengängen für Schlagzeilen. Andere Aktien bleiben lange unauffällig – bis sie eines Tages wie eine Rakete abheben. Genau das ist dem Speicherchip-Hersteller Micron Technology (MU) im späten 2025 widerfahren. Jahrelang dümpelte der Kurs vor sich hin, bis ein globaler Mangel an Speicherkapazitäten und der Boom bei KI-Rechenzentren die Aktie in die Stratosphäre trieben.

Die Zahlen sind beeindruckend: Zwischen dem 25. Juni 2025 und dem 25. Juni 2026 wuchs die Micron-Aktie um mehr als 850 Prozent. Wer an jenem Junitag 2025 10.000 US-Dollar in den Chipkonzern investiert hätte, hätte ein Jahr später 95.370 US-Dollar besessen. Selbst heute, nachdem die Aktie von ihren Höchstständen um 25 Prozent gefallen ist, wären daraus noch 70.970 US-Dollar geworden. Das reicht zwar kaum für eine vollständige Rente, ist aber dennoch ein beachtliches Vermögen.

Damit stellt sich die entscheidende Frage für deutsche Anleger: Kann der Kauf von 10.000 Dollar in Micron heute noch für lebenslangen Wohlstand sorgen – oder ist der Zug längst abgefahren?

Das KGV sinkt trotz Rekordgewinnen

Ironischerweise ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von Micron gefallen, obwohl der Aktienkurs seit Juni 2025 astronomisch gestiegen ist. Im Juni 2025 wurden die Aktien noch zum etwa 22-Fachen des Gewinns gehandelt. Im Juni 2026 erreichte die Bewertung mit dem rund 27-Fachen ihren Höhepunkt. Heute liegt das KGV bei nur noch etwa dem 12-Fachen des Gewinns.

Warum weist ein derart erfolgreiches Unternehmen eine günstigere Bewertung auf als zuvor? Schließlich ist der Umsatz in 16 Monaten um 256 Prozent und der Gewinn je Aktie um 879 Prozent gewachsen. Die einfache Antwort: Der Markt rechnet nicht damit, dass die guten Zeiten von Dauer sein werden.

Warum der Markt skeptisch bleibt

Der erste Grund ist die Erfahrung aus der Vergangenheit. Die Preise für dynamischen RAM (DRAM) explodierten in den Jahren 2020 und 2021 während des pandemiebedingten Tech-Kaufbooms. Nachdem die Speicherhersteller ihre Kapazitäten zur Deckung dieser Nachfrage ausgebaut hatten, entstand ein Überangebot – und die Preise brachen 2023 ein. Diesmal versucht Micron, sich gegen einen solchen Preisverfall abzusichern: mit mehrjährigen Lieferverträgen, die Preisuntergrenzen festlegen und so einen sicheren Kapazitätsausbau ermöglichen.

Der zweite Grund ist der Wettbewerb. Bisher teilten sich drei Unternehmen den globalen Markt für DRAM und High-Bandwidth-Speicher (HBM): Micron sowie die südkoreanischen Konzerne Samsung Electronics (SSNLF) und SK Hynix (SKHY). Doch alle drei planen einen Kapazitätsausbau, während Bedenken hinsichtlich des rasanten Ausbaus durch chinesische Hersteller weit verbreitet sind.

Microns langfristige Verträge könnten Umsatz und Gewinn weiter steigern. Ein nervöser Markt wird diesen Erfolg jedoch wahrscheinlich nicht in vollem Umfang honorieren. Eine Bewertung von 10 Billionen US-Dollar – die eine Investition von 10.000 Dollar in 100.000 Dollar verwandeln würde – erscheint daher auf absehbare Zeit zweifelhaft.

Fazit für Anleger

Auch wenn eine Investition von 10.000 Dollar in Micron Anleger vermutlich nicht für den Lebensunterhalt absichern wird, spricht einiges für die Aktie. Das anhaltende Wachstum beim Aufbau der KI-Infrastruktur dürfte Micron über die kommenden Jahre hinweg zu einer soliden Anlage machen. Wer auf den Speicherchip-Boom setzen will, sollte die Bewertung im Auge behalten – und die Zyklik der Branche nicht unterschätzen.

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