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Micron-Aktie bricht 5% ein – Globaler Tech-Ausverkauf trifft Chipwerte

Nach starker Quartalszahlen-Rally gerät Micron Technology unter Druck – globale Technologiewerte leiden unter KI-Infrastruktursorgen.

Micron-Aktie bricht 5% ein – Globaler Tech-Ausverkauf trifft Chipwerte

Die Aktie von Micron Technology hat am Freitag rund 5% ihres Wertes verloren und damit einen Teil der starken Gewinne aus der Quartalszahlen-Rally wieder abgegeben. Der Speicherchiphersteller schloss damit eine turbulente Handelswoche ab, die von heftigen Kursschwankungen geprägt war. Auslöser des breiten Ausverkaufs war eine wachsende Skepsis der Anleger gegenüber den steigenden Ausgaben für KI-Infrastruktur.

Zu Beginn der Woche hatte Micron noch für Begeisterung gesorgt: Am Mittwoch vermeldete das Unternehmen Quartalszahlen, die die Erwartungen der Analysten deutlich übertrafen. Der Umsatz im dritten Quartal belief sich auf 41,46 Milliarden US-Dollar – mehr als eine Vervierfachung gegenüber dem Vorjahreswert von 9,3 Milliarden US-Dollar. Für das laufende Quartal prognostiziert Micron einen Umsatz von rund 50 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 11,3 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Aktie legte daraufhin am Mittwoch um mehr als 15% zu.

Hintergrund: KI-Boom treibt Speicherchip-Nachfrage

Der Wachstumstreiber hinter diesen beeindruckenden Zahlen ist der globale Ausbau der KI-Infrastruktur. Große Hyperscaler – also Cloud-Anbieter wie Amazon, Microsoft oder Google – investieren massiv in Rechenzentren und benötigen dafür enorme Mengen an Speicherchips, die sie unter anderem von Micron beziehen. Dieser Nachfrageschub verknappt das verfügbare Angebot an Speicher für andere Endgeräte wie Smartphones und PCs, was die Preise nach oben getrieben und den Gewinn von Micron erheblich gesteigert hat. Auf Jahressicht legte die Micron-Aktie insgesamt um bemerkenswerte 863% zu.

Doch am Freitag überwog die Vorsicht. Zusätzlichen Druck auf die Technologiewerte übte ein Bericht der New York Times aus, wonach OpenAI erwägt, den geplanten Börsengang auf das nächste Jahr zu verschieben. Diese Nachricht belastete die Stimmung im gesamten Technologiesektor und verstärkte den Ausverkauf.

Breite Verluste im globalen Chipsektor

Der Abwärtsdruck blieb nicht auf Micron beschränkt. Auch andere Technologieunternehmen gerieten unter Druck: Intel verlor 3%, Arm und Marvell gaben jeweils 4% nach. In Europa verzeichneten wichtige Chipwerte ebenfalls deutliche Verluste:

  • ASML: -2,2%
  • Infineon: -3,7%
  • ASM International: -2,8%
  • ST Microelectronics: -3,3%
  • Be Semiconductor: -2,0%

Besonders hart traf es den japanischen Mischkonzern Softbank, der in Asien die Verluste anführte und um mehr als 12% einbrach. Softbank ist stark im Technologie- und KI-Bereich engagiert, was das Unternehmen besonders anfällig für Stimmungsumschwünge in diesem Sektor macht.

Weitere Meldungen aus dem Tech-Sektor

Abseits des Ausverkaufs gab es weitere relevante Nachrichten aus der Technologiebranche. Amazons Robotaxi-Tochter Zoox stellte ein neu gestaltetes Fahrzeug vor einer geplanten Expansion vor. OpenAI präsentierte zudem seinen ersten eigenen Chip im Rahmen eines Deals mit Broadcom, mit dem Ziel, einen vollständigen technologischen „Full Stack" aufzubauen. Der südkoreanische Chiphersteller SK Hynix plant unterdessen, bereits am 10. Juli durch ein Nasdaq-Listing 29 Milliarden US-Dollar einzunehmen. Und Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, wird in den renommierten Dow Jones Industrial Average aufgenommen und ersetzt dort Verizon.

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