Michael Burry warnt vor zu hohem Engagement in Tech-Aktien
Der berühmte Crash-Prophet sieht den Markt auf historisch gefährlichen Niveaus und vergleicht die Lage mit der Dotcom-Blase.

Michael Burry, der Investor der durch seine Prognose des US-Immobiliencrashs von 2008 weltbekannt wurde, schlägt erneut Alarm. In einem Beitrag auf Substack forderte er Anleger auf, ihre Bestände an Technologieaktien deutlich zu reduzieren. Der aktuelle Markt habe historisch gefährliche Niveaus erreicht, die an vergangene Spekulationsblasen erinnerten.
Burry rät Anlegern, der „Gier abzuschwören". Die Begeisterung rund um künstliche Intelligenz sowie momentumgetriebener Handel treiben die Bewertungen seiner Einschätzung nach in gefährliche Höhen. „Ein einfacherer Weg für die meisten ist es, schlicht das Engagement in Aktien zu reduzieren, insbesondere bei Tech-Werten. Bei Aktien, die einen parabolischen Verlauf zeigen, sollten die Positionen fast vollständig abgebaut werden", schrieb Burry in seinem Substack-Beitrag vom Sonntag.
Burrys eigene Strategie: Gehebelte Short-Positionen
Burry selbst hält nach eigenen Angaben eine „erhebliche gehebelte Short-Position" gegen ein Portfolio von Unternehmen, die er als angeschlagen und günstig bewertet ansieht. Diese Strategie wendet er bereits seit dem Jahr 2000 an. Für die breite Masse der Anleger empfiehlt er diesen Weg jedoch ausdrücklich nicht.
„Short-Selling ist nicht die Lösung. Es ist nichts, was die meisten Menschen jemals tun sollten", betonte Burry. Er erklärte weiter: „Derzeit ist es im Allgemeinen teuer, Put-Optionen zu kaufen, und das direkte Leerverkaufen von Aktien kann immer noch erhebliche Verluste verursachen." Wetten gegen die laufende Rallye mittels Leerverkäufen seien risikoreich und für die meisten Anleger unpraktikabel, da bärische Trades teuer geworden seien.
Stattdessen empfiehlt Burry eine defensivere Vorgehensweise: „Die Idee ist es, Cash-Reserven aufzubauen und sich darauf vorzubereiten, dieses Kapital einzusetzen, wenn es sinnvoller ist." Damit plädiert er für Geduld und Liquidität statt für aktive Spekulation gegen den Markt.
Vergleich mit der Dotcom-Blase von 1999 bis 2000
Burry warnt bereits seit Monaten, dass der Fokus des Aktienmarktes auf KI den Endphasen der Dotcom-Blase ähnelt. Zuletzt verglich er die jüngste Entwicklung des Philadelphia Semiconductor Index (SOX) mit dem Zeitraum unmittelbar vor dem Kollaps der Technologieaktien im März 2000. Das aktuelle Umfeld fühle sich an wie „die letzten Monate der Blase von 1999–2000", so Burry.
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Zur AktienanalyseHintergrund dieser Warnung ist die anhaltende Rekordjagd der wichtigsten Aktienindizes. Anleger erwerben verstärkt Anteile von Halbleiterherstellern und Large-Cap-Technologieunternehmen, was die Bewertungen in die Höhe treibt. Besonders der KI-Boom hat in den vergangenen Monaten für einen massiven Zufluss in den Technologiesektor gesorgt.
Für deutsche Privatanleger ist Burrys Warnung ein Anlass zur Reflexion. Viele hierzulande populäre ETFs und Fonds sind stark in US-amerikanische Technologiewerte investiert. Wer sein Portfolio überprüfen möchte, sollte den Anteil an hochbewerteten Tech- und KI-Titeln kritisch unter die Lupe nehmen – auch wenn Burrys Prognosen in der Vergangenheit nicht immer zeitlich präzise eintrafen.

