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Mexikos Präsidentin Sheinbaum: Kein Schutz für Ex-Pemex-Chef nach Gewalt-Video

Nach einem erschütternden Video über mutmaßliche häusliche Gewalt stellt sich Mexikos Präsidentin klar gegen den ehemaligen Pemex-Direktor Victor Rodriguez.

Mexikos Präsidentin Sheinbaum: Kein Schutz für Ex-Pemex-Chef nach Gewalt-Video

Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum hat am Montag unmissverständlich klargestellt, dass sie niemanden vor den Konsequenzen des Gesetzes schützen werde. Anlass war ein Video, das offenbar zeigt, wie der ehemalige Chef des staatlichen Energiekonzerns Pemex, Victor Rodriguez, seine Ehefrau körperlich misshandelt. „Das Gesetz soll angewendet werden, wir werden niemanden schützen", sagte Sheinbaum während ihrer regulären morgendlichen Pressekonferenz.

Das rund fünfminütige Video wurde am Freitag von einer Frau auf YouTube veröffentlicht, die sich als Maria Felicia Jimenez, die Ehefrau von Rodriguez, identifizierte. Es trägt den Zeitstempel 15. März 2026 und scheint von einem Heimüberwachungssystem in einem Wohnzimmer aufgenommen worden zu sein. Zu diesem Zeitpunkt bekleidete Rodriguez noch die Spitzenposition bei Pemex. Reuters konnte bestätigen, dass das Video Rodriguez und Jimenez zeigt, jedoch nicht unabhängig verifizieren, wo oder wann die Aufnahme entstand.

In dem Video ist zu sehen, wie Rodriguez eine Frau am Hals packt, sie an den Haaren zieht, stößt und auf einem Sofa niederhält. Rodriguez ist in Teilen der Aufnahme mit freiem Oberkörper zu sehen. Zu Beginn des Videos ist auch ein kleines Kind zu sehen, bevor es aus dem Bild läuft.

Jimenez wendet sich öffentlich an die Regierung

In einer das Video begleitenden Erklärung auf YouTube schilderte Jimenez ihre Lage eindringlich: „Mein Schweigen zu brechen bedeutete, meinen Job und mein Geld zu verlieren, keinen Ort zum Leben zu haben und dass mir meine Kinder weggenommen werden, nur wegen seiner Nähe zu den höchsten Machtsphären – der Präsidentschaft, Gouverneuren, Kongressmitgliedern, Staatssekretären." Sie appellierte direkt an die Regierung: „Dies ist eine von Frauen geführte Regierung, daher bitte ich um Hilfe und darum, dass die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden, um mich und meine minderjährigen Kinder zu schützen."

Sheinbaum reagierte auf die Vorwürfe mit klaren Worten: „Es darf keine Gewalt gegen Frauen geben." Sie fügte hinzu, dass Rodriguez keine weitere Funktion in ihrer Regierung übernehmen werde. Die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates Morelos teilte ebenfalls am Freitag mit, dass sie Ermittlungen wegen mutmaßlicher Straftaten eingeleitet habe, die auf das Video zurückzuführen seien, „in dem ein Gewaltakt gegen eine Frau zu beobachten ist."

Enger Verbündeter der Präsidentin unter Druck

Rodriguez war ein enger Verbündeter von Sheinbaum. Die beiden verbindet sowohl eine persönliche als auch eine berufliche Beziehung, die bis in ihre gemeinsame Studienzeit zurückreicht. Sein Ausscheiden bei Pemex hatte Rodriguez am 14. Mai in einem gemeinsam mit Sheinbaum aufgenommenen Video bekannt gegeben, in dem sie ihm für seine Dienste dankte und erklärte, sein Rücktritt entspreche einem Zeitplan, den er als Bedingung für die Übernahme des Amtes festgelegt hatte.

Nach seinem Abgang bei Pemex war Rodriguez zum Leiter des Instituts für Energiewende INEEL ernannt worden. Das Energieministerium teilte jedoch mit, dass diese Ernennung nie formalisiert wurde. Rodriguez selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. In einer auf einem offenbar ihm gehörenden X-Konto veröffentlichten Erklärung hieß es, er habe sich von allen öffentlichen Ämtern zurückgezogen, während die Ermittlungen laufen, und sei bereit, mit allen zuständigen Behörden zusammenzuarbeiten.

Der Fall stellt Sheinbaum vor eine besondere politische Herausforderung. Die Präsidentin hatte bei ihrem Amtsantritt eine „Ära der Frauen" ausgerufen und wiederholt die Notwendigkeit substanzieller Gleichstellung sowie das Recht auf ein Leben frei von Gewalt betont. Dass nun ein enger persönlicher Vertrauter im Zentrum eines Gewaltvorwurfs steht, macht die Situation politisch brisant – und Sheinbaums klare Positionierung umso bedeutsamer.

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