Mexikos Inflation sinkt zum vierten Mal in Folge
Reuters-Umfrage zeigt: Gesamtinflation fällt auf 4,13% – Zentralbank lässt Leitzins bei 6,50%.

Mexikos Gesamtinflation hat sich in der ersten Maihälfte voraussichtlich zum vierten Mal in Folge verlangsamt. Das geht aus einer Reuters-Umfrage unter 12 Analysten hervor, die am Montag veröffentlicht wurde. Die Medianprognose sieht die Jahresinflationsrate bei 4,13% – ein weiterer Rückgang gegenüber den Vorperioden. Im Vergleich zum vorangegangenen 15-Tage-Zeitraum sollen die Verbraucherpreise um 0,15% gefallen sein.
Die anhaltende Abschwächung der Inflation bestärkt die Erwartungen, dass die mexikanische Geldpolitik über einen längeren Zeitraum unverändert bleiben wird. Die Zentralbank Banco de México beendete Anfang Mai ihren Zinssenkungszyklus und beließ den Leitzins bei 6,50%. Gleichzeitig signalisierte sie, dass es angemessen sei, die Zinsen künftig auf diesem Niveau zu halten.
Kerninflation steigt leicht an
Während die Gesamtinflation weiter nachgibt, zeigt die Kerninflation eine leicht gegenläufige Tendenz. Nach sechs aufeinanderfolgenden Rückgängen im 14-Tage-Rhythmus wird die Kernrate voraussichtlich leicht auf 4,26% im Jahresvergleich ansteigen. Die Kernpreise selbst sollen gegenüber der vorangegangenen Monatshälfte jedoch um 0,17% gesunken sein. Die Kerninflation gilt als zuverlässigerer Maßstab für den zugrunde liegenden Preisdruck, da sie volatile Komponenten wie Energie und Lebensmittel ausschließt.
Die Analysten von Barclays erklären die Verlangsamung der Gesamtinflation vor allem mit zwei Faktoren: sommerliche Stromtarifrabatte sowie eine Trendwende bei den Agrarpreisen, insbesondere bei Tomaten. Der leichte Anstieg der Kerninflation hingegen spiegele den anhaltenden Preisdruck im Dienstleistungssektor wider – ein Phänomen, das auch in anderen Schwellenländern zu beobachten ist.
Blick auf die US-Notenbank entscheidend
Barclays betonte zudem, dass nur zwei Szenarien die Banco de México zu einer erneuten Straffung der Geldpolitik veranlassen würden: ein signifikanter Anstieg der Kerninflation oder eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve. Die Fed ließ die Zinsen auf ihrer April-Sitzung zwar unverändert, doch die Märkte beginnen bereits, eine mögliche Zinserhöhung gegen Ende dieses Jahres oder Anfang 2027 einzupreisen.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Anleger ist die Entwicklung in Mexiko aus mehreren Gründen relevant. Mexiko ist eine der größten Volkswirtschaften Lateinamerikas und ein wichtiger Handelspartner der USA. Zinsentscheidungen der Banco de México beeinflussen den mexikanischen Peso und damit auch die Attraktivität mexikanischer Anleihen und Schwellenländerfonds.
Die offiziellen Inflationsdaten für die erste Maihälfte wird das mexikanische Statistikamt INEGI am Freitag veröffentlichen. Einen Tag zuvor, am Donnerstag, gibt die Banco de México das Protokoll ihrer Mai-Sitzung bekannt – ein Dokument, das Investoren weitere Hinweise auf den künftigen geldpolitischen Kurs liefern dürfte.


