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Mexikos Inflation fällt auf Sechsjahrestief – Banxico hält Zinsen

Im Juli sank die jährliche Inflationsrate auf 3,12 Prozent – den niedrigsten Stand seit Mai 2020.

Mexikos Inflation fällt auf Sechsjahrestief – Banxico hält Zinsen

Mexikos Inflation hat sich im Juli auf den niedrigsten Stand seit mehr als sechs Jahren abgeschwächt. Das Statistikamt INEGI meldete am Freitag eine jährliche Inflationsrate von 3,12 Prozent – ein deutlicher Rückgang gegenüber den 3,37 Prozent im Juni und der tiefste Wert seit Mai 2020. Damit liegt die zweitgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas weiterhin innerhalb des Zielkorridors der mexikanischen Zentralbank Banxico.

Der Zielkorridor der Banxico sieht eine Inflationsrate von 3 Prozent vor, mit einer Toleranzmarge von plus oder minus einem Prozentpunkt. Der Juli-Wert entsprach exakt den Erwartungen der Ökonomen in einer Reuters-Umfrage. Auf Monatsbasis stiegen die Verbraucherpreise im Juli lediglich um 0,03 Prozent – ebenfalls im Einklang mit den Prognosen.

Banxico belässt Leitzins bei 6,5 Prozent

Einen Tag vor der Veröffentlichung der Inflationsdaten hatte die Banxico entschieden, den Leitzins bei 6,5 Prozent unverändert zu lassen. Damit setzt die Zentralbank die im Juni begonnene Zinspause fort. Die Bank erklärte, dass sowohl die Gesamt- als auch die Kerninflation im Prognosezeitraum voraussichtlich weiter sinken werden – allerdings langsamer als zuvor angenommen.

Die Banxico geht davon aus, dass sich die Gesamtinflation erst im vierten Quartal 2027 dem Zielwert von 3 Prozent annähern wird. Dies unterstreicht, dass der Weg zur vollständigen Preisstabilität noch Zeit in Anspruch nehmen dürfte, auch wenn die Richtung stimmt.

Die Kerninflation, die volatile Preise für Lebensmittel und Energie ausklammert, lag in den zwölf Monaten bis Juli bei 3,95 Prozent. Auf Monatsbasis stiegen die Kernpreise um 0,23 Prozent. Ökonomen hatten in der Reuters-Umfrage Werte von 3,94 Prozent beziehungsweise 0,22 Prozent erwartet – die tatsächlichen Zahlen lagen damit minimal über den Prognosen.

Experten sehen Disinflation auf Kurs

Andres Abadia, Chefökonom für Lateinamerika bei Pantheon Macroeconomics, kommentierte die Daten in einer Mitteilung an Kunden: „Der entscheidende Punkt ist, dass die Disinflation weiterhin auf Kurs bleibt, die letzte Phase sich jedoch wahrscheinlich als schrittweise erweisen wird."

Abadia betonte zudem, dass die aktuellen Daten keine Änderung des geldpolitischen Ausblicks erfordern. „Nichts im heutigen Bericht ändert unseren geldpolitischen Ausblick. Die Inflation entwickelt sich weiterhin weitgehend im Einklang mit den Erwartungen der Banxico, was die Entscheidung des Direktoriums stützt, die Zinsen unverändert zu lassen", so der Ökonom.

Für deutsche Anleger und Beobachter der Schwellenländer ist die Entwicklung in Mexiko ein interessantes Signal: Während viele Zentralbanken weltweit mit dem Timing von Zinssenkungen ringen, zeigt das mexikanische Beispiel, wie ein vorsichtiger, datengetriebener Ansatz aussehen kann. Die Kombination aus sinkender Inflation und stabilen Zinsen spiegelt eine abwartende Haltung wider, die auf nachhaltige Preisstabilität abzielt – ohne voreilige geldpolitische Lockerungen.

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