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Mexiko schreibt lokalen Stahl für staatliche Projekte vor

Präsidentin Sheinbaum reagiert auf gescheiterte Verhandlungen zur Aufhebung der US-Stahlzölle mit einer neuen Beschaffungsregel.

Mexiko schreibt lokalen Stahl für staatliche Projekte vor

Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum hat am Mittwoch eine neue Regelung angekündigt, die vorschreibt, dass bei allen staatlichen Bauprojekten ausschließlich Stahl von mexikanischen Unternehmen verwendet werden muss. Der Schritt erfolgte, nachdem Verhandlungen über die Aufhebung der US-Stahlzölle gescheitert waren. „Die Verpflichtung, die wir hier eingehen, besteht darin, dass die staatlichen Beschaffungen aus in Mexiko produziertem Stahl bestehen werden", erklärte Sheinbaum während ihrer täglichen morgendlichen Pressekonferenz.

Die Initiative gilt als einer der ersten öffentlichen Vorstöße der mexikanischen Regierung, die starke wirtschaftliche Abhängigkeit des Landes von den Vereinigten Staaten zu verringern. Bislang hatte Mexiko gezögert, Maßnahmen zu ergreifen, die seinen wichtigsten Handelspartner verärgern könnten. Rund 80 Prozent aller mexikanischen Exporte gehen in die USA – ein enormes Abhängigkeitsverhältnis, das dem Land wenig Spielraum lässt.

Hintergrund: US-Zölle belasten mexikanische Industrie

Die USA hatten unter Präsident Trump Zölle in Höhe von 50 Prozent auf Stahl und Aluminium eingeführt. Mexikanische Regierungsvertreter haben diese Maßnahmen wiederholt als unfair bezeichnet – unter anderem mit dem Argument, dass die Vereinigten Staaten bei Stahl und Aluminium selbst einen Handelsbilanzüberschuss gegenüber Mexiko aufweisen. Besonders hart trifft es die mexikanische Automobil- und Stahlindustrie, die mehr als 50 Prozent ihrer Exporte in die größte Volkswirtschaft der Welt liefert.

Mexiko hatte zuletzt nach einer Einigung gesucht, um die Zölle zumindest teilweise abzumildern. Einem Vorschlag zufolge könnte ein festgelegtes Volumen mexikanischer Stahlexporte zollfrei oder zu einem ermäßigten Satz in die USA eingeführt werden, während für alle darüber hinausgehenden Importe der volle Zollsatz von 50 Prozent fällig würde. Eine Einigung kam jedoch nicht zustande.

USMCA-Überprüfung ohne Hoffnung auf Zollerleichterungen

Sheinbaums Entscheidung fällt in eine besonders sensible Phase: die laufende Überprüfung des US-Mexiko-Kanada-Abkommens (USMCA), dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen. In der vergangenen Woche machte US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer bei einem Besuch in Mexiko jedoch deutlich, dass die mexikanische Automobil- und Stahlindustrie nicht damit rechnen sollte, dass die USMCA-Überprüfung die Zölle in diesen Sektoren aufheben werde – wie Reuters exklusiv berichtete.

Während Trumps weltweite Zollpolitik andere Länder wie Kanada bereits dazu bewogen hat, ihre wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA aktiv zu reduzieren, hatte Mexiko diesen Schritt bislang vermieden. Mit der neuen Beschaffungsregel für heimischen Stahl sendet die Regierung Sheinbaum nun ein klares Signal – sowohl an die eigene Industrie als auch an Washington. Ob weitere Maßnahmen zur Diversifizierung folgen werden, bleibt abzuwarten.

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