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Meta und Anthropic verhandeln Rechenzentrum-Deal über 10 Milliarden Dollar

Meta plant den Einstieg ins Cloud-Geschäft und könnte Anthropic Rechenkapazitäten im Wert von bis zu 10 Milliarden Dollar vermieten.

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Meta und Anthropic verhandeln Rechenzentrum-Deal über 10 Milliarden Dollar

Meta und der KI-Entwickler Anthropic führen erste Gespräche über einen milliardenschweren Rechenzentrum-Deal. Laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen könnte das Geschäft über einen Zeitraum von zwei Jahren bis zu 10 Milliarden US-Dollar wert sein – zahlbar in monatlichen Raten. Die Gespräche befinden sich jedoch noch in einem frühen Stadium, und ein Abschluss ist nicht garantiert.

Anthropic, bekannt als Entwickler des Claude-Chatbots, schlug den Deal bereits im Juni vor. Das Unternehmen sucht nach neuen Anbietern von Rechenleistung, um mit der stark wachsenden Nachfrage Schritt zu halten und seine KI-Modelle Kunden zur Verfügung stellen zu können. Anthropic hat in diesem Jahr bereits zweistellige Milliardenbeträge aufgebracht, um seine Infrastruktur zu finanzieren, und verfügt über Großaufträge mit den Cloud-Sparten von Amazon und Google.

Metas Ambitionen im Cloud-Computing

Für Meta wäre ein solcher Deal ein strategischer Schritt in ein völlig neues Geschäftsfeld. Der Social-Media-Konzern plant, ein eigenes Cloud-Computing-Geschäft zu starten, um Einnahmen aus überschüssigen Rechenkapazitäten zu erzielen. Bisher hat Meta seine Rechenzentren ausschließlich für den Eigenbedarf betrieben – ein Modell, das sich nun grundlegend ändern könnte.

Als konkrete Optionen werden laut Insidern die Vermietung reiner Rechenkapazität sowie der Verkauf eigener KI-Modelle diskutiert. Dabei sollen auch Metas eigene Modelle wie Muse Spark in den eigenen Rechenzentren gehostet und Kunden angeboten werden. Ein solcher Schritt würde von Meta verlangen, hohe Vorabkosten zu schultern und Vertriebsbeziehungen zu Großunternehmen aufzubauen, um mit etablierten Cloud-Anbietern wie Amazon, Microsoft und Google konkurrieren zu können.

Meta-Chef Mark Zuckerberg äußerte sich vergangene Woche in einem Interview mit Bloomberg offen zu den Plänen: „Die Angebote für die Nutzung der Rechenleistung sind so hoch, dass es in manchen Fällen sinnvoll sein kann, sie zu vermieten oder solche Geschäfte in Betracht zu ziehen, anstatt sie für den internen Gebrauch zu nutzen." Er betonte jedoch, dass dies nicht bedeute, dass Meta Überkapazitäten aufgebaut habe oder über überschüssige Rechenleistung verfüge.

Vorbild SpaceX: Kurzfristige Verträge mit hohem Aufschlag

Das potenzielle Geschäft mit Anthropic folgt einem ähnlichen Modell wie eine bereits bestehende Vereinbarung zwischen Anthropic und SpaceX. Dieser Deal ist für Elon Musks Raketenkonzern monatlich 1,25 Milliarden US-Dollar wert. Zuckerberg kommentierte das SpaceX-Modell ebenfalls gegenüber Bloomberg: „Ich denke, das SpaceX-Modell ist recht interessant, was den Abschluss dieser kurzfristigen Verträge mit einem hohen Aufschlag angeht. Wir erhalten Angebote für alle möglichen Dinge dieser Art, und wir werden sie prüfen und sehen, was sinnvoll ist."

Der Hintergrund dieser Entwicklungen ist der enorme Hunger der KI-Industrie nach Rechenleistung. Trotz Ausgaben in zweistelliger Milliardenhöhe für Chips, Rechenzentren und Energie kämpfen selbst die größten Technologieunternehmen darum, genügend Kapazitäten zu sichern, um die sprunghaft ansteigende Nachfrage nach ihren KI-Modellen und -Diensten zu bedienen.

Metas massive Investitionen in KI-Infrastruktur

Meta plant, in diesem Jahr bis zu 145 Milliarden US-Dollar für Investitionsausgaben aufzuwenden – ein Großteil davon fließt in den Ausbau der KI-Infrastruktur. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen unter Hochdruck an der Entwicklung seiner Muse-Spark-Modelle, um mit Anthropic, OpenAI und Google zu konkurrieren. Ob Meta dabei zu den führenden KI-Laboren aufschließen und eine nennenswerte Nachfrage von Konsumenten oder Unternehmen generieren kann, bleibt offen.

Die Diskussionen über ein Cloud-Computing-Geschäft finden laut einem früheren FT-Bericht vom Juni innerhalb des neu gegründeten „Meta Compute"-Teams statt. Diesem Team gehören Meta-Präsidentin und ehemalige Bankerin Dina Powell McCormick, der langjährige Leiter der globalen Infrastruktur Santosh Janardhan sowie der Unternehmer Daniel Gross an. Sowohl Meta als auch Anthropic lehnten eine Stellungnahme zu den Berichten ab.

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