Meta sperrt 550.000 Konten: Kritik an australischem Social-Media-Verbot
Meta hat über eine halbe Million Konten in Australien gesperrt und fordert die Regierung zur Überarbeitung des neuen Social-Media-Verbots für Unter-16-Jährige auf. Der Tech-Konzern warnt vor unbeabsichtigten Folgen der Regelung.

Meta Platforms hat die australische Regierung erneut aufgefordert, das seit 11. Dezember geltende Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren zu überdenken. Der Konzern sperrte bereits über 550.000 Konten mutmaßlicher Minderjähriger – ein drastischer Schritt, der die Reichweite der neuen Gesetzgebung verdeutlicht.
Massive Kontensperrungen auf allen Plattformen
Zwischen dem 4. und 11. Dezember entfernte Meta knapp 550.000 Konten von seinen Plattformen. Auf Instagram wurden rund 330.000 Konten gesperrt, auf Facebook etwa 173.500 und auf der neuen Plattform Threads fast 40.000 Konten. Die Zahlen zeigen das Ausmaß der betroffenen Nutzer in Australien.
Der "Online Safety Amendment Act 2024" verbietet Jugendlichen unter 16 Jahren den Zugang zu zehn großen Social-Media-Diensten, darunter Instagram, Facebook, YouTube, TikTok, Reddit, Snapchat und X (ehemals Twitter). Die Plattformen müssen nun sicherstellen, dass minderjährige Nutzer keinen Zugang mehr erhalten.
Neue Altersverifizierungssysteme im Einsatz
Meta arbeitet mit der gemeinnützigen Organisation OpenAge Initiative zusammen, um sogenannte "Age Keys" einzuführen. Nutzer können ihr Alter über verschiedene Methoden verifizieren: amtliche Ausweise, Finanzinformationen, Gesichtsschätzung oder nationale digitale Geldbörsen. Das System soll eine zuverlässige Altersprüfung gewährleisten.
Der Konzern betont jedoch, dass die Altersverifizierung auf App-Store-Ebene ausgeweitet werden müsse. Jugendliche nutzen wöchentlich über 40 verschiedene Apps, von denen viele keine Altersverifizierung anbieten oder nicht unter das australische Gesetz fallen. Meta sieht hier eine erhebliche Regulierungslücke.
Kritik an der Wirksamkeit des Verbots
"Jugendliche von ihren Freunden und Gemeinschaften abzuschneiden, ist nicht die Lösung", erklärte Meta bereits zuvor. Das Unternehmen warnt, dass viele Teenager alternative Wege finden würden, auf Social-Media-Seiten zuzugreifen – ohne die Schutzmaßnahmen, die registrierten Nutzern geboten werden.
Tatsächlich haben seit Inkrafttreten des Verbots bereits viele australische Teenager Umgehungsmöglichkeiten gefunden. Sie nutzen alternative Social-Media-Plattformen oder technische Tricks, um die Altersbeschränkungen zu umgehen. Dies könnte paradoxerweise zu weniger Sicherheit führen, da diese Jugendlichen dann außerhalb kontrollierter Umgebungen agieren.
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Zur AktienanalyseInternationale Signalwirkung der Regelung
Australien nimmt mit diesem Gesetz eine Vorreiterrolle ein. Andere Länder beobachten die Entwicklung genau, da auch in Europa und den USA Diskussionen über den Jugendschutz in sozialen Medien geführt werden. Die Erfahrungen aus Australien könnten richtungsweisend für künftige Regulierungen weltweit sein.
Für Meta und andere Tech-Konzerne bedeutet das australische Gesetz einen erheblichen operativen Aufwand. Die Implementierung von Altersverifizierungssystemen ist technisch komplex und kostenintensiv. Zugleich wächst der Druck, ähnliche Systeme auch in anderen Märkten einzuführen.


