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Meta setzt auf Atomstrom für Rechenzentren

Langfristiger Deal rettet altes Kraftwerk und reagiert auf wachsenden KI-Strombedarf

 Meta setzt auf Atomstrom für Rechenzentren

Der Technologiekonzern Meta hat einen langfristigen Vertrag zur Stromversorgung seiner Rechenzentren in den USA abgeschlossen. Das Unternehmen, zu dem unter anderem Facebook gehört, wird in den kommenden 20 Jahren mit Atomstrom beliefert. Vertragspartner ist der Energieversorger Constellation Energy, wie Meta mitteilte. Details zu finanziellen oder technischen Aspekten der Vereinbarung wurden von beiden Seiten nicht veröffentlicht.

Die Vereinbarung betrifft das Atomkraftwerk Clinton im Bundesstaat Illinois, das bereits seit 1987 in Betrieb ist. Ohne den Vertrag mit Meta hätte die Anlage laut Betreiber wohl keine Zukunft mehr gehabt. Constellation-Chef Joe Dominguez erklärte, der neue Auftrag ermögliche die finanziellen Mittel, um den Weiterbetrieb des Reaktors sicherzustellen. Ursprünglich war vorgesehen, das Kraftwerk im Jahr 2017 stillzulegen. Durch staatliche Subventionen wurde der Betrieb zunächst bis 2027 verlängert.

Im Zuge der Ankündigung legte die Aktie von Constellation Energy im vorbörslichen Handel an der Wall Street deutlich zu. Der Kursanstieg betrug nahezu 14 Prozent. Das Unternehmen gab zudem an, mit weiteren potenziellen Abnehmern von Atomstrom im Gespräch zu sein. Hintergrund ist der stark steigende Energiebedarf infolge der zunehmenden Nutzung Künstlicher Intelligenz.

Der Boom bei KI-Anwendungen führt weltweit zu einem rasanten Ausbau von Rechenzentren. Diese benötigen im Vergleich zu herkömmlichen Serveranlagen deutlich mehr Energie. Nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur IEA könnte sich der Stromverbrauch von KI-Rechenzentren bis zum Jahr 2030 auf 945 Terawattstunden jährlich mehr als verdoppeln. Dies entspräche in etwa dem derzeitigen Energiebedarf Japans, der deutlich über dem deutschen Jahresverbrauch liegt.

Angesichts dieser Entwicklung bemühen sich große Technologiekonzerne, ihren Energiebedarf frühzeitig durch langfristige Verträge abzusichern. Die aktuelle Einigung zwischen Meta und Constellation Energy könnte dabei als Modell für weitere Vereinbarungen dienen. Constellation plant nach eigenen Angaben auch die Wiederinbetriebnahme des Reaktors Three Mile Island in Pennsylvania im Auftrag von Microsoft. Bei diesem Kraftwerk hatte sich 1979 eine partielle Kernschmelze ereignet. Andere Konzerne wie Amazon Web Services und Google verfolgen ebenfalls eigene Strategien zur Deckung des Energiebedarfs, etwa durch Investitionen in sogenannte Mini-AKW.

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