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Meta macht KI-Modelle quelloffen und greift OpenAI und Anthropic an

Zuckerberg kündigt Open-Source-Offensive mit Muse Spark und Muse Glimmer an – Meta-Aktie steigt vorbörslich um 2,1 Prozent.

Meta macht KI-Modelle quelloffen und greift OpenAI und Anthropic an

Meta-CEO Mark Zuckerberg hat in einem Instagram-Video angekündigt, die Gewichte seines neuesten KI-Modells Muse Spark 1,2 offenzulegen. Das bedeutet: Die Öffentlichkeit kann das Modell herunterladen und frei nutzen. Gewichte beschreiben dabei die Berechnungen und Regeln, die bestimmen, wie eine KI funktioniert und sich verhält.

Gleichzeitig kündigte Zuckerberg eine neue Familie von Open-Source-Modellen namens Muse Glimmer an, die speziell für den Betrieb auf Laptops konzipiert sind. Mit diesem Doppelschlag positioniert sich Meta klar gegen die geschlossenen Modelle von OpenAI und Anthropic – und setzt auf eine Strategie, die bislang vor allem chinesische Anbieter verfolgt haben.

Die Märkte reagierten positiv: Meta-Aktien stiegen am Montag im vorbörslichen Handel um 2,1 Prozent. Seit Jahresbeginn liegen die Papiere allerdings rund 10 Prozent im Minus, da Investoren die ambitionierten Ausgabenpläne des Konzerns kritisch beäugen. Die Investitionsausgaben (Capital Expenditure) für dieses Jahr werden auf bis zu 145 Milliarden US-Dollar prognostiziert.

Warum Meta auf Open-Weight-KI setzt

Während OpenAI und Anthropic auf geschlossene, proprietäre Modelle setzen, haben chinesische Anbieter wie Alibaba, DeepSeek und Moonshot aggressiv Open-Weight-Modelle veröffentlicht – und damit in einigen Bereichen mit der führenden US-Technologie gleichgezogen. Zuckerberg nutzte einen begleitenden Essay mit rund 6.500 Wörtern, um Metas Schritt als direkte Antwort auf diese Entwicklung zu positionieren.

„Wenn westliche Tech-Giganten nur geschlossene Ökosysteme errichten, werden Entwickler und Unternehmen naturgemäß zu chinesischen Open-Weight-Modellen abwandern", erklärte Neil Shah, Mitbegründer von Counterpoint Research, gegenüber CNBC. „Die meisten Konkurrenten in den USA setzen auf proprietäre Modelle, und es gibt eine unersättliche Nachfrage nach nicht-chinesischen offenen Modellen – eine Lücke, die Meta gut füllen kann."

Muse Glimmer bietet dabei ein weiteres Differenzierungsmerkmal: Das Modell ist für den Einsatz direkt auf dem Endgerät konzipiert, also ohne Cloud-Anbindung. Ein Großteil der heute genutzten KI wird in teuren Rechenzentren verarbeitet. Sogenannte On-Device-KI könnte die Kosten senken und die Geschwindigkeit auf Unterhaltungselektronik deutlich verbessern. Shah kommentierte: „Kleine, agentenbasierte Modelle wie Muse Glimmer direkt auf PC- und Mobil-Hardware zu bringen, umgeht die Cloud-Computing-Kosten, um Google, Microsoft und andere auf dem Endgerät des Nutzers auszustechen."

Zuckerberg fordert Politikwechsel in Washington

In seinem Essay wandte sich Zuckerberg auch direkt an die US-Politik. Er forderte Washington auf, amerikanische Open-Source-Bemühungen aktiv zu unterstützen und bestehende Hürden abzubauen. „Ausländische Labore haben hier derzeit mehrere Vorteile, da amerikanische Labore viele zusätzliche Beschränkungen bei den Trainingsdaten einhalten müssen. Die US-Politik muss diese zusätzlichen Reibungsverluste verringern, wenn wir wollen, dass amerikanische Open-Source-Modelle auf Dauer führend bleiben", schrieb Zuckerberg.

Konkret sprach er sich dafür aus, die US-Politik in Bereichen wie Destillation und Datennutzung beim Training zu überdenken. Destillation bezeichnet dabei die Nutzung der Ergebnisse eines fortgeschrittenen KI-Modells zum Training eines anderen Modells – eine Praxis, die unter US-Gesetzgebern umstritten ist und von manchen als Diebstahl geistigen Eigentums gewertet wird.

Zuckerberg nutzte seinen Essay auch für einen kaum verhüllten Seitenhieb gegen OpenAI und Anthropic. Er warnte vor einer gefährlichen Machtkonzentration im KI-Bereich: „Die Vorstellung, dass KI so gefährlich ist, dass der einzige sichere Weg eine extreme Machtkonzentration ist, erscheint von Natur aus problematisch." Anthropic-CEO Dario Amodei und OpenAI-CEO Sam Altman hatten beide öffentlich vor den Auswirkungen der KI auf Arbeitsplätze gewarnt.

Zuckerbergs Vision geht in eine andere Richtung: „Anstatt Superintelligenz zu zentralisieren, sollten wir sie weit verbreiten und jedem Menschen die Möglichkeit geben, sie zu steuern." Er skizzierte eine Zukunft, in der jeder Nutzer über einen persönlichen KI-Agenten verfügt, der individuelle Ziele und Interessen kennt und unterstützt. Für Investoren bleibt die entscheidende Frage, ob Metas milliardenschwere KI-Investitionen diese Vision tatsächlich Wirklichkeit werden lassen.

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