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Mercuria erzielt 1,3 Milliarden Dollar Gewinn bei Mini-Steuersatz

Der Schweizer Rohstoffhändler Mercuria hat im Geschäftsjahr 2024/25 einen Gewinn von 1,31 Milliarden Dollar erwirtschaftet – bei einer Steuerbelastung von gerade einmal 0,08 Prozent. Dies entspricht einer absoluten Steuerzahlung von nur einer Million Doll

Mercuria erzielt 1,3 Milliarden Dollar Gewinn bei Mini-Steuersatz

Der in Genf ansässige Rohstoffhändler Mercuria Energy Group hat für das im September 2025 endende Geschäftsjahr einen Gewinn von 1,31 Milliarden US-Dollar gemeldet. Wie Bloomberg News unter Berufung auf Geschäftsunterlagen berichtet, zahlte das Unternehmen darauf lediglich eine Million Dollar Steuern – ein effektiver Steuersatz von nur 0,08 Prozent.

Das privatgeführte Unternehmen veröffentlicht seine Geschäftszahlen üblicherweise nicht öffentlich, hat die Ergebnisse aber kürzlich an seine Kreditgeber übermittelt. Mercuria bereitet derzeit separate Zahlen für das Kalenderjahr 2025 vor, die innerhalb der nächsten zwei Wochen direkt an Banken und Geschäftspartner kommuniziert werden sollen.

Gewinnrückgang trotz niedriger Steuerlast

Im Vergleich zum Vorjahr sank der Gewinn der Gruppe um 37 Prozent. Die extrem niedrige Steuerbelastung federte den Rückgang jedoch deutlich ab. Zum Vergleich: Bei einem durchschnittlichen Körperschaftsteuersatz von etwa 20 Prozent hätte Mercuria rund 262 Millionen Dollar an Steuern zahlen müssen.

Mercuria gehört zu den weltweit größten unabhängigen Energiehändlern und handelt jährlich mit Millionen Tonnen Rohöl, Ölprodukten und Gas. Das Unternehmen beschäftigt rund 1.200 Mitarbeiter in über 50 Büros weltweit.

Expansion in den Metallhandel

Wie mehrere andere Energiehändler expandiert Mercuria zunehmend in den Metallhandel. Das Unternehmen setzt darauf, dass die Transformation der globalen Energiesysteme hin zu erneuerbaren Energien die Nachfrage nach Industriemetallen massiv steigern wird. Insbesondere Kupfer gilt als Schlüsselmetall für die Energiewende.

Erst im vergangenen Monat prognostizierte Mercuria, dass sich der Engpass auf den globalen Kupfermärkten im laufenden Jahr erneut verschärfen werde. Dies dürfte die Preise sowohl für Kupferkonzentrat als auch für veredeltes Metall in die Höhe treiben.

Strategische Kupfer-Deals

In den vergangenen Monaten hat Mercuria mehrere bedeutende Geschäfte im Metallsektor abgeschlossen. So gewährte das Unternehmen dem kasachischen Bergbaukonzern Eurasian Resources Group (ERG) eine Vorauszahlung von bis zu 100 Millionen Dollar für Kupferlieferungen aus der Demokratischen Republik Kongo.

Solche Finanzierungsmodelle sind im Rohstoffhandel üblich: Händler finanzieren Minenbetreiber vor und sichern sich im Gegenzug langfristige Lieferverträge zu festgelegten Konditionen. Dies verschafft den Händlern Zugang zu physischen Rohstoffen und ermöglicht profitable Arbitrage-Geschäfte.

Keine Stellungnahme von Mercuria

Auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters zu den Geschäftszahlen und der ungewöhnlich niedrigen Steuerbelastung reagierte Mercuria zunächst nicht. Die steuerliche Gestaltung multinationaler Rohstoffhändler steht seit Jahren in der Kritik, da viele Unternehmen ihre Gewinne in Niedrigsteuerländern konzentrieren.

Die Schweiz gilt mit ihren kantonalen Steuermodellen als attraktiver Standort für Rohstoffhändler. Schätzungen zufolge werden rund 80 Prozent des weltweiten Rohstoffhandels über Schweizer Unternehmen abgewickelt.

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