Merck setzt auf KI und Halbleiter
Pharmasparte schwächelt nach Rückschlägen, Elektronikgeschäft zeigt Wachstumspotenzial

Der Darmstädter Merck-Konzern hat seine Erwartungen für das Pharmageschäft nach Rückschlägen bei wichtigen Medikamententests deutlich gesenkt. Nach zwei gescheiterten Medikamentenkandidaten, Xevinapant, einem Krebsmittel, und Evobrutinib gegen Multiple Sklerose, traut das Unternehmen seinem Pharmasektor nur noch ein geringes Umsatzwachstum zu. Statt eines mittleren einstelligen Zuwachses erwartet Merck nun nur noch ein leichtes jährliches Umsatzplus in diesem Bereich. Auch im Laborgeschäft hat der Konzern seine mittelfristigen Erwartungen aufgrund des schwächeren China-Geschäfts nach unten korrigiert.
Trotz dieser Rückschläge bleibt Merck zuversichtlich und setzt auf den Boom in der Elektroniksparte, insbesondere bei Halbleitermaterialien, die von der wachsenden Nachfrage nach Anwendungen für künstliche Intelligenz profitieren. Auf einem Kapitalmarkttag in Darmstadt gab das DAX-Unternehmen bekannt, dass das Elektronikgeschäft mittelfristig ein jährliches Umsatzwachstum von fünf bis neun Prozent anstrebt, anstatt der zuvor prognostizierten drei bis sechs Prozent.
Vorstandschefin Belen Garijo bekräftigte die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Nach einem deutlichen Gewinnrückgang im Jahr 2023 und dem Ende des Corona-Booms sieht das Unternehmen wieder positive Entwicklungen. Besonders die Geschäfte mit Krebsmedikamenten und die Erholung im Bereich der Halbleitermaterialien haben Merck dazu veranlasst, die Gewinnziele für 2024 zu erhöhen.
Übernahmen bleiben laut Garijo ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategie. Im Fokus stehen dabei insbesondere größere Zukäufe im Laborgeschäft und im Bereich Life Science. In der Pharmasparte plant das Unternehmen, mehr Medikamentenkandidaten zu lizensieren. Garijo betonte, dass Merck bei Fusionen und Übernahmen weiterhin diszipliniert und geduldig vorgehen werde. Die Strategie des Unternehmens sei es, „das richtige Ziel zum richtigen Zeitpunkt und zum richtigen Preis“ zu erwerben.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDer Pharmabereich bleibt trotz der Herausforderungen weiterhin ein bedeutender Bestandteil des Unternehmensportfolios. Die strategischen Anpassungen sollen sicherstellen, dass Merck seine mittelfristigen Wachstumsziele erreicht und sich langfristig im Markt behaupten kann.


