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Merck prüft Milliardenübernahme

Gespräche über Kauf von Revolution Medicines noch ohne Ergebnis

Merck prüft Milliardenübernahme

Der US-Pharmakonzern Merck hat Gespräche über die Übernahme des Biotechunternehmens Revolution Medicines geführt. Nach einem Bericht der Financial Times wurde für die mögliche Transaktion ein Volumen von 28 bis 32 Milliarden US-Dollar in Betracht gezogen. Die Gespräche befanden sich zuletzt in einem frühen Stadium und ein Abschluss galt nicht als gesichert. Mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen erklärten, dass eine Einigung frühestens nach mehreren Wochen zu erwarten gewesen wäre. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass auch andere große Pharmakonzerne weiterhin Interesse an Revolution Medicines gezeigt hätten.

An der Börse reagierten Anleger unmittelbar auf die Berichte. Die Aktien von Revolution Medicines legten im nachbörslichen Handel deutlich zu, was das gestiegene Marktinteresse an dem auf Krebsmedikamente spezialisierten Unternehmen widerspiegelte. Eine verbindliche Vereinbarung war zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht zustande gekommen. Weder Merck noch Revolution Medicines äußerten sich umgehend zu den Spekulationen.

Eine Übernahme von Revolution Medicines hätte für Merck strategische Bedeutung. Der Konzern steht vor dem Auslaufen zentraler Patente für sein umsatzstarkes Krebsmedikament Keytruda in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts. Um mögliche Umsatzrückgänge auszugleichen, hatte Merck in den vergangenen Jahren verstärkt in den Ausbau seiner Produktpipeline investiert. Seit 2021 wurde das Portfolio an Wirkstoffen in späten Entwicklungsphasen durch interne Forschung sowie größere Zukäufe erheblich erweitert. Dazu zählte auch der milliardenschwere Erwerb von Acceleron, der Merck Zugang zu dem Medikament Winrevair zur Behandlung von pulmonaler arterieller Hypertonie verschaffte.

Revolution Medicines arbeitet an neuartigen Wirkstoffen zur Behandlung verschiedener Krebsarten. Besonders im Fokus stand der experimentelle Wirkstoff Daraxonrasib, der sich in späten klinischen Studien befand. Das Medikament richtet sich gegen mehrere Mutationen der sogenannten RAS-Gene, die als Treiber zahlreicher Tumorerkrankungen gelten, darunter bestimmte Formen von Bauchspeicheldrüsen-, Lungen- und Darmkrebs. Für Daraxonrasib hatte das Unternehmen eine beschleunigte Prüfungsoption der US-Arzneimittelbehörde erhalten.

Analysten schätzten das wirtschaftliche Potenzial der Wirkstoffplattform von Revolution Medicines hoch ein. Für das Jahr 2035 wurden globale, risikoadjustierte Umsätze von mehr als zehn Milliarden US-Dollar prognostiziert. Unklar blieb jedoch, ob Merck letztlich den Zuschlag erhalten würde. Kurz zuvor hatte es Berichte über fortgeschrittene Gespräche eines anderen Pharmakonzerns gegeben, die später dementiert wurden. Vor diesem Hintergrund blieb der Ausgang der Übernahmegespräche offen.

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