Merck kappt Gewinnerwartung
Life-Science-Geschäft nach Corona-Boom mit Einbruch

Der Darmstädter Pharma- und Technologiekonzern Merck sieht sich mit einer schwachen Quartalsbilanz konfrontiert. Vorstandschefin Belen Garijo musste die Erwartungen an das operative Ergebnis drosseln und geht nun von einem Wert in der unteren Hälfte der zuvor prognostizierten Spanne aus. Trotz der Herausforderungen im Life-Science-Bereich und einem nachlassenden Halbleitergeschäft bleibt Garijo optimistisch für die Zukunft des Unternehmens.
Im dritten Quartal fiel der bereinigte operative Gewinn um mehr als 20 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro, was jedoch über den Erwartungen der Analysten lag. Der Umsatz ging im gleichen Zeitraum um fast elf Prozent zurück, wobei auch negative Wechselkurseffekte eine Rolle spielten. Merck sieht sich nach dem Corona-Boom mit einer geringeren Nachfrage im Life-Science-Segment konfrontiert und hat auch im Halbleitergeschäft mit Schwierigkeiten zu kämpfen.
Im Pharmageschäft konnte Merck dank der starken Performance seiner Krebsmedikamente jedoch zulegen. Trotz der aktuellen Rückgänge ist Merck zuversichtlich, dass der Lagerbestandsabbau bei den Hauptkunden im Geschäft mit Produkten für die pharmazeutische Entwicklung und Herstellung Anfang 2024 abgeschlossen sein wird und dass die Umsätze im ersten Halbjahr wieder anziehen werden.
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Zur AktienanalyseFür das kommende Jahr rechnet Merck mit einer Rückkehr zu organischem Umsatzwachstum auf Konzernebene. Garijo betont die Zielstrebigkeit des Unternehmens, die Ziele für das Geschäftsjahr 2023 zu erreichen und darüber hinaus die mittelfristigen Ziele im Blick zu behalten. Es wird erwartet, dass der Rückgang der coronabedingten Umsätze im Vergleich zu 2023 weniger stark ausfallen und der Markt für Halbleitermaterialien sich schrittweise erholen wird.


