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Mercedes zwischen Sparkurs und Absatzproblemen

China-Schwäche, Trump-Zölle und Widerstand der Belegschaft belasten den Konzern

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Mercedes zwischen Sparkurs und Absatzproblemen

Der Autobauer Mercedes-Benz steht vor einer herausfordernden Kommunikationsoffensive gegenüber Investoren und Arbeitnehmervertretern. Am Donnerstag werden die Geschäftszahlen für das Jahr 2024 vorgestellt, gleichzeitig findet der Kapitalmarkttag statt. Der Vorstand muss dabei die Balance zwischen einer optimistischen Darstellung der Lage und der Notwendigkeit von Einsparungen wahren. Einerseits sollen Investoren überzeugt werden, dass der Konzern trotz Absatzrückgängen und schwieriger Marktentwicklung profitabel bleibt. Andererseits darf der Betriebsrat keine Argumente erhalten, die ihn ermutigen könnten, das Sparprogramm abzulehnen.

Die Lage in China stellt Mercedes vor besondere Schwierigkeiten. Der wichtigste Absatzmarkt des Konzerns schwächelt, die Verkäufe sind dort deutlich zurückgegangen. Elektrofahrzeuge dominieren zunehmend den chinesischen Markt, während Mercedes in diesem Segment noch nicht ausreichend konkurrenzfähig ist. Sollte der Vorstand den Eindruck vermitteln, der Markt in China sei für Mercedes verloren, könnte dies den Aktienkurs stark belasten und den Konzern zu einem Übernahmeziel machen. Andererseits darf das Management die Herausforderungen nicht verharmlosen, um den Betriebsrat für die Sparmaßnahmen zu gewinnen.

Die Sparziele des Vorstands sind ambitioniert. Bis 2027 sollen fünf Milliarden Euro dauerhaft eingespart werden, unter anderem durch Personalmaßnahmen. Geplant sind Kürzungen bei der Ergebnisbeteiligung der Mitarbeiter, bei Jubiläumszuwendungen und bei Tariferhöhungen. Auch die Vereinheitlichung von Urlaubstagen an Weihnachten und Silvester ist vorgesehen. Zudem wird über Outsourcing von zentralen Unternehmensfunktionen nachgedacht. Diese Pläne sorgen für Widerstand beim Betriebsrat, der zunächst eine Verlängerung der Zukunftssicherung bis 2035 fordert, um betriebsbedingte Kündigungen auszuschließen.

Die Luxusstrategie, auf die Mercedes in den vergangenen Jahren gesetzt hat, zeigt zunehmend Schwächen. Anfänglich profitierte der Konzern von der Knappheit bei Halbleitern, wodurch die verfügbaren Bauteile auf margenstarke Fahrzeuge verteilt wurden. Diese konnten ohne Rabatte verkauft werden. Doch inzwischen sind die Verkäufe zweistellig eingebrochen, insbesondere in China. Auch die Margen leiden, die Prognose für die Umsatzrendite wurde bereits im September 2024 auf 7,5 bis 8,5 Prozent gesenkt, zuvor war ein Wert von bis zu 11 Prozent angestrebt worden.

Mercedes steht damit vor der Aufgabe, die nächsten Jahre durch ein Sparprogramm und eine stärkere Fokussierung auf Elektromobilität und Softwareentwicklung zu meistern. Der neue CLA und das eigene Betriebssystem MB.OS sollen dabei helfen, die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Trotzdem bleibt die Unsicherheit hoch, insbesondere wegen der Zollpolitik des neuen US-Präsidenten Donald Trump und der veränderten Nachfrage auf dem chinesischen Markt.

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