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Mercedes startet Robotaxi-Offensive

S-Klasse und starke Partner sollen den Einstieg in autonome Mobilitätsdienste tragen

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Mercedes startet Robotaxi-Offensive

Mercedes-Benz hat angekündigt, in das Geschäft mit autonom fahrenden Robotaxis einzusteigen. Die ersten Fahrzeuge der S-Klasse sollen nach einer Testphase in Abu Dhabi unterwegs sein, bevor der Konzern mögliche Expansionen nach China, in die USA und nach Europa prüft. Dabei arbeitet Mercedes im Nahen Osten und in China mit dem Start-up Momenta zusammen, während Nvidia als Partner für westliche Märkte vorgesehen ist. Mercedes liefert die Fahrzeuge und Sensorik, Momenta und Nvidia die Softwaretechnologie. Die Pkw werden an Flottenbetreiber verkauft.

Der Schritt kommt überraschend, nachdem sich das Unternehmen eigentlich aus dem Taxigeschäft zurückziehen wollte. Bislang konzentrierte sich Mercedes bei Assistenzsystemen für Privatkunden auf die Level 2 und 3, bei denen der Mensch wesentliche Fahraufgaben übernimmt. Robotaxis hingegen entsprechen Level 4 und fahren ohne Fahrer auf definierten Strecken. Das Management erwartet mittelfristig eine steigende Nachfrage nach autonomen Taxis der Oberklasse. Studien zufolge könnte das Marktvolumen in der EU und den USA bis 2035 auf bis zu 400 Milliarden Euro wachsen, während es aktuell noch unter einer Milliarde liegt.

Mercedes möchte an diesem Wachstum teilhaben, da der Konzern zuletzt rückläufige Gewinne und Absätze verzeichnete. Analysten sehen in dem Einstieg eine Möglichkeit, die Verkäufe wieder zu steigern. Gleichzeitig setzt der Autobauer auf die S-Klasse, um sich von der Konkurrenz abzusetzen. Das Modell gilt als besonders luxuriös und wird Ende Januar in einer technisch überarbeiteten Version mit dem neuen Betriebssystem MB.OS vorgestellt, das autonomes Fahren ermöglicht. Damit will Mercedes seine Rolle im Bereich automatisierter Mobilität ausbauen.

Technisch setzt der Konzern auf ein Sensorsystem aus Kamera, Radar und Lidar sowie auf redundante Systeme wie zusätzliche Bremsen. Diese Ausstattung soll die Sicherheit erhöhen, macht die Fahrzeuge jedoch teuer. Flottenkunden sind bereit, die zusätzlichen Kosten zu tragen, da sie durch autonome Fahrten erheblich Personalkosten einsparen können. Möglich erscheint, dass künftig auch Vans zu Robotaxis ausgebaut werden.

In China brachte Mercedes gemeinsam mit Momenta kürzlich einen Stadtassistenten auf den Markt, der Ampelsituationen automatisch erkennt. Das Start-up gilt als führender Zulieferer im Bereich autonomes Fahren und ist seit 2017 ein Beteiligungsunternehmen von Mercedes. Auch BMW arbeitet mittlerweile mit Momenta zusammen, was die wachsende Bedeutung chinesischer Partner für deutsche Hersteller unterstreicht.

Die ersten Robotaxis von Mercedes und Momenta sollen vom lokalen Betreiber Lumo in Abu Dhabi eingesetzt werden. Anschließend plant der Konzern weitere Märkte, darunter Metropolen in China, wo bereits großflächige Pilotzonen existieren. Auch Nvidia will gemeinsam mit Uber den Bereich Robotaxis ausbauen und kündigte eine Flotte von 100.000 Fahrzeugen an, zu der Mercedes ebenfalls Autos zuliefert. Der europäische Markt bleibt aufgrund komplexer Regulierung herausfordernd, gilt aber langfristig als vielversprechend.

Mercedes-BenzRobotaxiTechnologieAutoindustrie

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