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Mercedes-Benz Betriebsratswahl: AfD-nahe Liste Zentrum gewinnt 21 Prozent

Bei Mercedes-Benz in Untertürkheim erzielt die AfD-nahe Liste Zentrum deutliche Zugewinne auf Kosten der IG Metall.

Mercedes-Benz Betriebsratswahl: AfD-nahe Liste Zentrum gewinnt 21 Prozent

Die laufenden Betriebsratswahlen in der deutschen Industrie sorgen für politische Aufmerksamkeit. Erste Ergebnisse zeigen: Die AfD-nahe Arbeitnehmerorganisation Zentrum gewinnt in mehreren Automobilwerken spürbar an Boden. Besonders deutlich wird dieser Trend beim Mercedes-Benz-Standort Untertürkheim.

Dort sichert sich Zentrum künftig 9 von insgesamt 43 Betriebsratssitzen – das entspricht einem Anteil von rund 21 Prozent. Die IG Metall bleibt zwar stärkste Kraft und erhält 31 Sitze, also 72 Prozent, muss aber Verluste hinnehmen. Zum Vergleich: Bei der letzten Wahl stellte Zentrum lediglich sieben von damals 45 Betriebsratsmitgliedern.

Gewerkschaft unter Druck

Der Bedeutungsverlust der IG Metall in Teilen der Belegschaft spiegelt eine breitere Entwicklung wider. Kritiker werfen der Gewerkschaft vor, die Sorgen vieler Arbeiter – etwa rund um den Stellenabbau im Zuge der Elektromobilitätsstrategie – nicht ausreichend zu adressieren. Gerade bei Mercedes-Benz, wo zuletzt ein massives Sparprogramm mit Tausenden gefährdeten Arbeitsplätzen für Unruhe sorgte, treffen solche Botschaften auf fruchtbaren Boden.

Für Anleger ist das Ergebnis ein Indikator für das innerbetriebliche Klima bei einem der wichtigsten deutschen Automobilkonzerne. Ein gespaltener Betriebsrat kann Verhandlungen über Restrukturierungsmaßnahmen komplizierter und langwieriger gestalten. Wie sich das Kräfteverhältnis im neuen Betriebsrat auf zukünftige Tarifverhandlungen und Umstrukturierungsprozesse auswirkt, bleibt abzuwarten.

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