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Mehrwertsteuer-Senkung: Gastronomie profitiert, Preise bleiben hoch

Die Mehrwertsteuer-Senkung auf Speisen von 19 auf 7 Prozent zeigt erste Wirkung: Fast ein Viertel der Deutschen will häufiger auswärts essen. Doch nur 13 Prozent erwarten sinkende Preise.

Mehrwertsteuer-Senkung: Gastronomie profitiert, Preise bleiben hoch

Die zum Jahreswechsel in Kraft getretene Mehrwertsteuer-Senkung in der Gastronomie sorgt für verhaltenen Optimismus bei Verbrauchern. Laut einer repräsentativen Umfrage des Nürnberg Instituts für Marktentscheidungen (NIM) plant fast jeder vierte Bundesbürger, künftig häufiger essen zu gehen – trotz ausbleibender Preissenkungen.

Junge Gäste besonders offen für mehr Restaurant-Besuche

23 Prozent der 1.010 Befragten gaben an, gastronomische Angebote künftig häufiger nutzen zu wollen. Besonders ausgeprägt ist dieser Trend bei jüngeren Konsumenten: 38 Prozent der 18- bis 39-Jährigen zeigen sich aufgeschlossen. Bei denjenigen, die bereits wöchentlich auswärts essen, liegt die Quote sogar bei 43 Prozent. 41 Prozent der Befragten sind unentschieden, während 36 Prozent keine Verhaltensänderung planen.

Skepsis bei Preissenkungen überwiegt deutlich

An tatsächlich sinkende Preise glaubt allerdings nur eine kleine Minderheit von 13 Prozent. 41 Prozent der Befragten erwarten immerhin, dass die Steuersenkung zur Preisstabilität beiträgt. Die größte Gruppe von 38 Prozent geht davon aus, dass die eingesparte Steuer direkt in die Gewinnmargen der Gastronomiebetriebe fließt.

Branche kämpft mit gestiegenen Kosten

Die Erwartungshaltung der Verbraucher deckt sich mit den Aussagen der Branchenverbände. Diese hatten bereits im Vorfeld deutlich gemacht, dass die Entlastung durch die Mehrwertsteuer-Senkung primär zum Ausgleich stark gestiegener Kosten benötigt wird. Die Absenkung von 19 auf 7 Prozent soll vor allem die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe sichern.

Positive Signale trotz gedämpfter Erwartungen

"Die Befragung zeichnet ein insgesamt nüchtern-positives Bild", erklärt Konsumpsychologin Katharina Gangl vom NIM. Die Studienleiterin wertet die Ergebnisse als Zeichen für eine grundsätzlich positive Haltung gegenüber Steuersenkungen – unabhängig vom direkten finanziellen Vorteil für den Einzelnen.

Für die Gastronomiebranche, die nach schwierigen Jahren durch Pandemie und Inflation um Stabilisierung kämpft, deutet die Umfrage vorsichtige Hoffnungssignale an. Die erhöhte Besuchsbereitschaft dürfte jedoch nur begrenzt auf die Mehrwertsteuer-Senkung selbst zurückzuführen sein.

Marktrelevanz für Anleger

Die Entwicklung ist auch für Investoren im Gastronomie- und Konsumsektor relevant. Während börsennotierte Restaurantketten wie die L'Osteria-Mutter Vapiano SE von stabilen Frequenzen profitieren könnten, bleibt die Margensituation angespannt. Die Umfrage wurde online zwischen dem 2. und 7. Januar 2025 durchgeführt und umfasste repräsentativ ausgewählte Personen im Alter von 18 bis 74 Jahren.

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