Mehr Unternehmensgründungen trotz Konjunkturflaute
Zuwachs bei größeren Betrieben, zugleich steigt Zahl der Schließungen deutlich

In Deutschland sind im ersten Halbjahr dieses Jahres mehr Unternehmen gegründet worden als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden von Januar bis Juni 325.300 neue Unternehmen auf den Weg gebracht, was einem Anstieg von 4,6 Prozent entspricht. Bemerkenswert ist dabei, dass dieser Zuwachs in einer Phase erfolgt, in der die deutsche Wirtschaft bereits im dritten Jahr in Folge mit einer Flaute zu kämpfen hat. Auch im europäischen Umfeld ist das Wachstum derzeit nur schwach ausgeprägt.
Die Entwicklung zeigt, dass sich Neugründungen und wirtschaftlich angespannte Zeiten nicht zwingend ausschließen müssen. Experten erklären den Trend damit, dass gerade in Krisenjahren viele Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz verlieren und die Selbständigkeit als Ausweg wählen. Für einige bedeutet dies, eine schon länger gehegte Geschäftsidee umzusetzen. In absoluten Zahlen übersteigt die Zahl der Neugründungen klar die der Betriebsschließungen: 246.900 Betriebe stellten im ersten Halbjahr ihre Tätigkeit ein, ein Plus von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Besonders auffällig ist der Anstieg bei den Gründungen von Unternehmen mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung. Hier registrierte das Statistische Bundesamt ein Plus von 9,4 Prozent, was 67.600 Betrieben entspricht. Diese Kategorie umfasst nicht zwingend große Arbeitgeber, sondern Unternehmen, die durch ihre Rechtsform, einen Eintrag im Handelsregister oder die Beschäftigung von Mitarbeitern eine größere Relevanz haben. Dazu kann bereits ein Handwerksmeister zählen, der einen Betrieb eröffnet und einen Angestellten beschäftigt.
Allerdings zeigt auch in diesem Segment ein Blick auf die Schließungen ein differenzierteres Bild. Im ersten Halbjahr mussten 51.800 solcher Betriebe ihre Tätigkeit einstellen, ein Anstieg um 6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit ist zwar die Zahl der Neugründungen höher, doch auch hier nimmt die Zahl der aufgegebenen Unternehmen zu.
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Zur AktienanalyseDie Förderbank KfW weist zudem darauf hin, dass viele Gründer ihre Selbständigkeit in den ersten Jahren wieder aufgeben. Rund ein Drittel der jungen Unternehmen scheitert innerhalb von drei Jahren. Fünf Jahre nach der Gründung sind nur noch 61 Prozent aktiv. Auffällig ist außerdem, dass die Gründer im vergangenen Jahr jünger waren als jemals zuvor. Das Durchschnittsalter lag bei 34,4 Jahren. Für das laufende Jahr geht die KfW trotz der Konjunkturflaute von leicht steigenden Gründungszahlen aus.


