Mehr Geld, mehr Siege? Baseball widerlegt diese Anleger-Logik
Was die Major League Baseball über Investmentrenditen lehrt – und warum höhere Ausgaben selten mehr Erfolg bringen.

Die Gehaltssummen in der Major League Baseball (MLB) sind in diesem Jahr um ein Fünftel auf 5,8 Milliarden US-Dollar gestiegen. Damit ist die Kluft zwischen den ausgabenfreudigsten und den sparsamsten Teams so groß wie in keiner anderen US-Profiliga. Doch die Tabellenstände zur All-Star-Pause erzählen eine überraschende Geschichte: Mehr Geld bedeutet nicht automatisch mehr Siege.
Jack Ablin, Gründungspartner beim Family Office Cresset, hat die Zahlen der American League genau unter die Lupe genommen. Sein Befund ist ernüchternd: Jeder zusätzlich ausgegebene Dollar brachte den Teams im Schnitt weniger Siege ein. Konsequent zu Ende gedacht, hätte ein Team, das theoretisch gar nichts für seine Spieler ausgegeben hätte, sogar eine leicht positive Bilanz erzielt.
Moneyball kehrt zurück – doch der Markt hat sich verändert
Baseball war einst die erste Sportart, die mathematisches Denken systematisch einsetzte, um sich auf dem Spielfeld einen Vorteil zu verschaffen. Das Konzept des sogenannten „Moneyball" – also das Maximieren von Leistung bei minimalem Budget – revolutionierte den Sport. Doch nachdem heute jedes Team weiß, wie man mit dieser Methode mehr aus weniger macht, kehren die reichsten Clubs zur alten Strategie zurück: Siege schlicht mit Geld kaufen.
Die New York Yankees sind dabei ein prominenter Ausreißer. Der Traditionsclub mit einem der höchsten Gehaltsetats der Liga erzielt durchaus gute Ergebnisse. Doch selbst die Yankees liegen hinter den sparsamen Tampa Bay Rays zurück – einem Team, das für seine konsequente Kosteneffizienz bekannt ist und regelmäßig mit deutlich geringerem Budget konkurrenzfähig bleibt.
Lehren für Anleger: Aufwand und Ertrag entkoppeln
Ablin zieht aus diesen Beobachtungen klare Parallelen zur Geldanlage. So wie im Baseball höhere Ausgaben nicht zwangsläufig zu besseren Ergebnissen führen, gilt dasselbe für viele Investmentstrategien. Höhere Kosten – etwa durch aktiv gemanagte Fonds mit hohen Verwaltungsgebühren – führen nicht automatisch zu besseren Renditen für Anleger. Im Gegenteil: Die Kostenbelastung kann die Performance langfristig erheblich schmälern.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Privatanleger ist dieser Gedanke besonders relevant. Hierzulande sind aktiv gemanagte Fonds nach wie vor weit verbreitet, obwohl zahlreiche Studien belegen, dass die Mehrheit dieser Produkte ihren Vergleichsindex nach Kosten nicht schlägt. Die Baseball-Analogie verdeutlicht auf anschauliche Weise, warum Effizienz und Kostenbewusstsein langfristig entscheidender sein können als schlichtes Kapitalaufwand.
Parallel zu diesen Überlegungen richten sich die Blicke der Märkte aktuell auf andere Themen: Die Ölpreise stiegen am Montag kräftig an und machten die Rückgänge eines ganzen Monats wett, nachdem die Kämpfe zwischen den USA und dem Iran erneut aufflammten. Am Dienstag dürfte sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf eine Flut von Bankgewinnen sowie auf die jüngsten US-Verbraucherpreisdaten verlagern. Die Aktienfutures notierten zuletzt uneinheitlich, während die Renditen von Staatsanleihen über Nacht gestiegen sind.


