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Mehr Baugenehmigungen im ersten Halbjahr

Zuwachs fast nur bei Einfamilienhäusern, Fertigstellungen bleiben weiter rückläufig

Mehr Baugenehmigungen im ersten Halbjahr

Die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland ist im ersten Halbjahr wieder gestiegen. Nach einem langjährigen Rückgang wurden von Januar bis Juni rund 110.000 neue Wohnungen genehmigt. Das bedeutet ein Plus von 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Besonders stark zeigte sich die Entwicklung im Juni, als mit 19.000 genehmigten Wohnungen ein Anstieg von 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat registriert wurde. Enthalten in den Zahlen sind sowohl Neubauten von Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern als auch zusätzliche Wohnungen in bereits bestehenden Gebäuden.

Der Aufschwung bei den Genehmigungen wurde vor allem durch Einfamilienhäuser getragen. In diesem Segment genehmigten die Behörden im Halbjahresvergleich 21.300 Wohnungen und damit 14,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Damit trugen Einfamilienhäuser nahezu allein zum positiven Gesamtergebnis bei. In neuen Zweifamilienhäusern ging die Zahl dagegen um 8,3 Prozent auf 6.000 zurück. Bei Mehrfamilienhäusern, die für die Entlastung des angespannten Wohnungsmarktes besonders wichtig sind, stagnierte die Entwicklung nahezu. Mit 57.300 Einheiten blieb die Zahl der genehmigten Wohnungen praktisch auf Vorjahresniveau.

Trotz der Zunahme an Genehmigungen dauert es oft Jahre, bis daraus tatsächlich fertiggestellte Wohnungen entstehen. Nicht alle Projekte werden umgesetzt, und die Bauzeiten haben sich in den vergangenen Jahren verlängert. Im Durchschnitt vergingen 2024 rund 26 Monate von der Genehmigung bis zur Fertigstellung, ein halbes Jahr mehr als noch 2020. Zudem fiel die Zahl der fertiggestellten Wohnungen im vergangenen Jahr mit 251.900 auf den niedrigsten Stand seit 2015.

Die neue Bundesregierung aus Union und SPD hat einen „Bau-Turbo“ angekündigt, um Verfahren zu beschleunigen und mehr Wohnungen auf den Markt zu bringen. Kommunen sollen etwa die Möglichkeit erhalten, von bestehenden Bebauungsplänen abzuweichen, um schneller nachverdichten oder aufstocken zu können. Experten erwarten jedoch kurzfristig nur geringe Effekte. Nach Einschätzung der Forschergruppe Euroconstruct, zu der auch das Münchner ifo-Institut gehört, dürften in diesem Jahr lediglich 205.000 Wohnungen fertiggestellt werden. Das wären 19 Prozent weniger als im Vorjahr und noch weniger als unter der Ampel-Regierung, die ihr Ziel von 400.000 Neubauten deutlich verfehlte.

Parallel dazu zeigt sich in Umfragen eine wachsende Skepsis gegenüber dem Erwerb von Wohneigentum. Laut dem Verband der Privaten Bausparkassen gaben nur noch 33 Prozent der Befragten an, Wohneigentum als Sparziel zu verfolgen. Das ist ein Rückgang um zehn Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Besonders in den jüngeren und mittleren Altersgruppen ist das Interesse am Eigenheim stark gesunken. Viele Menschen halten den Traum vom eigenen Haus angesichts der gestiegenen Kosten inzwischen für unerreichbar und haben ihn aufgegeben.

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