Medtronic übertrifft Erwartungen – Aktie fällt trotz starker Quartalszahlen
Medizintechnikkonzern profitiert von Herzgeräten, doch Anleger zeigen sich enttäuscht über die Jahresprognose.

Der US-Medizintechnikkonzern Medtronic hat die Erwartungen der Wall Street für das dritte Quartal deutlich übertroffen. Der Umsatz kletterte auf 9,02 Milliarden US-Dollar und lag damit über den Analystenschätzungen von 8,91 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 1,36 Dollar gegenüber erwarteten 1,33 Dollar. Haupttreiber war die robuste Nachfrage nach Herzgeräten des Unternehmens.
Trotz der starken Quartalszahlen reagierte die Börse negativ. Die Aktie fiel im vorbörslichen Handel um 2,9 Prozent. Grund dafür ist die unveränderte Jahresprognose für den bereinigten Gewinn pro Aktie, die bei 5,62 bis 5,66 Dollar liegt. Analysten hatten nach den guten Quartalsergebnissen auf eine Anhebung gehofft.
Robbie Marcus von J.P. Morgan erwartet "eine gewisse Skepsis" am Markt. Die bestätigte Prognose impliziere trotz Wechselkursvorteilen von rund 100 Basispunkten ein geringeres organisches Wachstum im vierten Quartal. Dies dämpfe die Euphorie über die übertroffenen Quartalszahlen.
Herzgeräte als Wachstumsmotor
Das Herz-Kreislauf-Segment, das fast 40 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht, legte im Quartal um beeindruckende 13,8 Prozent auf 3,46 Milliarden Dollar zu. Besonders gefragt waren gepulste Feldablationssysteme – eine minimalinvasive Technologie zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Diese nutzt hochenergetische elektrische Impulse, um gezielt Herzgewebe zu zerstören und die Häufigkeit von Arrhythmien zu verringern.
Auch Transkatheter-Aortenklappen-Ersatzsysteme trugen zum Wachstum bei. Beide Technologien erleben derzeit eine schnelle Marktdurchdringung und profitieren von der zunehmenden Akzeptanz bei Ärzten sowie technologischen Fortschritten. Die breitere Anwendung minimalinvasiver Verfahren kommt Medtronic zugute.
Medizintechnikunternehmen insgesamt verzeichnen eine sprunghaft ansteigende Nachfrage nach medizinischen Eingriffen. Krankenversicherer melden höhere Medical Loss Ratios, was darauf hindeutet, dass Patienten verstärkt Behandlungen in Anspruch nehmen. Dieser Trend stärkt die gesamte Branche.
Neurowissenschaften enttäuschen leicht
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Zur AktienanalyseDas Segment Neurowissenschaften, das Wirbelsäulenimplantate und Software umfasst, wuchs um 4,1 Prozent auf 2,56 Milliarden Dollar. Allerdings verfehlte dieser Bereich die Analystenschätzungen von 2,59 Milliarden Dollar leicht. Das langsamere Wachstum in diesem Segment könnte ein weiterer Grund für die vorsichtige Haltung der Investoren sein.
Zum Vergleich: Der größere Konkurrent Johnson & Johnson steigerte seinen Medizintechnikumsatz im gleichen Zeitraum um 7,5 Prozent. Auch J&J profitierte von der Stärke im Elektrophysiologie-Segment, das ebenfalls Herzgeräte umfasst. Der Wettbewerb in diesem lukrativen Markt bleibt intensiv.
Für Anleger bleibt die Frage, ob Medtronic seine Wachstumsdynamik im Schlussquartal aufrechterhalten kann. Die konservative Jahresprognose deutet darauf hin, dass das Management mit einer Abschwächung rechnet – trotz des aktuell starken Momentums im Herzgerätegeschäft.


