Medienstreit zwischen Disney und Charter
Die Auswirkungen auf das Fernsehen in den USA und die Zukunft des Sportsenders ESPN

Inmitten eines hitzigen Streits zwischen dem Unterhaltungsgiganten Disney und dem Kabelanbieter Charter wird die Zukunft des Fernsehens in den USA in Frage gestellt. Medienberichte bezeichnen den Ausfall der Disney-Kanäle beim Kabelanbieter Charter bereits als "Blackout". Dieser Vorfall ereignete sich, nachdem sich die beiden Unternehmen nicht auf einen neuen Vertrag einigen konnten. Charter, wie viele andere Kabelanbieter, hat in den letzten Jahren eine Abnahme seiner Kunden zugunsten von Streaming-Anbietern erlebt und verlangt von Disney daher eine größere Flexibilität bei der Paketierung von Programmen. Zusätzlich möchte Charter seinen Abonnenten werbefinanzierte Streaming-Kanäle wie Disney+ kostenlos zur Verfügung stellen. Disney hingegen plant, seine Kanäle, insbesondere den Sportsender ESPN, direkt als Streaming-Angebot anzubieten. Bis dies umgesetzt werden kann, versucht Disney, seine Einnahmen aus dem Kabelgeschäft aufrechtzuerhalten, um dem steigenden Kostendruck standzuhalten.
Die Auswirkungen dieses Streits könnten tiefgreifend sein und die Medienlandschaft in den USA erheblich verändern. Es wird erwartet, dass Medien- und Unterhaltungsunternehmen zukünftig weniger Geld für Inhalte ausgeben werden, da die Unsicherheit in Bezug auf die Verbreitung dieser Inhalte steigt.
Besonders der Sportsender ESPN steht im Mittelpunkt des Konflikts, da er in 80 Prozent der vom Publikum gewählten Kabelpakete enthalten ist. Disney drängt die Zuschauer von ESPN nun dazu, sich für ein Live-Paket des Disney-Streaming-Dienstes Hulu anzumelden, um sportliche Großereignisse nicht zu verpassen.
Die Transformation eines Sportsenders in einen Streaming-Dienst, wie es Disney derzeit plant, wirft große Fragen zur Zukunft des US-Kabelfernsehens auf. Die Einführung einer eigenständigen ESPN-Streaming-App bleibt vorerst ungewiss, und Disney-CEO Bob Iger hat sich dazu eher vage geäußert.
Die CEO von Charter, Christopher Winfrey, äußerte sich kritisch zu Disneys Plänen, das traditionelle Fernsehprogramm zu opfern, um mögliche zukünftige Rentabilität im Streaming-Bereich zu erzielen. Dieser Konflikt könnte weitreichende Auswirkungen haben, von den Rechten für Sportligen über lokale Fernsehsender bis hin zu Kreativen, die auf Investitionen der linearen Netzwerke angewiesen sind.
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Zur AktienanalyseDisney hat angeblich auch Gespräche mit Amazon und Verizon über die Zukunft von ESPN und mögliche Partnerschaften geführt.
Trotz dieser Auseinandersetzung bewerten Analysten die Aktien von Disney und Charter unterschiedlich. Während einige Analysten besorgt sind und ihre Ansichten über Disney ändern, bleiben die meisten Wall Street-Analysten optimistisch und sehen ein Potenzial für Kurssteigerungen bei beiden Unternehmen. Dieser Streit wird zweifellos die Medienlandschaft und die Art und Weise, wie Verbraucher Inhalte konsumieren, weiter beeinflussen.


