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Medicare übernimmt ab Juli Kosten für GLP-1-Abnehmmedikamente

Millionen US-Bürger erhalten ab dem 1. Juli erstmals Medicare-Deckung für GLP-1-Präparate zur gezielten Gewichtsreduktion.

Medicare übernimmt ab Juli Kosten für GLP-1-Abnehmmedikamente

Ab Mittwoch, dem 1. Juli, übernimmt das US-amerikanische Krankenversicherungsprogramm Medicare erstmals die Kosten für GLP-1-Medikamente, die speziell zur Gewichtsreduktion eingesetzt werden. Damit erhalten Millionen älterer US-Bürger Zugang zu einer Kostenübernahme, die bislang nur bei bestimmten Erkrankungen möglich war. Dies stellt einen bedeutenden Einschnitt in der amerikanischen Gesundheitspolitik dar.

Bisher konnten ältere US-Bürger eine Erstattung durch Medicare für GLP-1-Präparate ausschließlich dann erhalten, wenn sie an Diabetes oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung litten. Die neue Regelung weitet den Anspruch nun auf die Indikation Adipositas beziehungsweise gezielte Gewichtsreduktion aus. Patienten, die bestimmte Kriterien erfüllen, können ab sofort entsprechende Anträge stellen.

Welche Medikamente werden abgedeckt?

Konkret werden über Medicare Part D – dem Programmteil für verschreibungspflichtige Medikamente – folgende Präparate erhältlich sein: Wegovy als Tablette oder Injektion des dänischen Pharmariesen Novo Nordisk sowie Foundayo als Tablette und der Zepbound KwikPen des US-Konzerns Eli Lilly. Beide Unternehmen gehören zu den führenden Herstellern im boomenden Markt für GLP-1-Wirkstoffe.

GLP-1-Rezeptoragonisten sind eine Klasse von Medikamenten, die ursprünglich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes entwickelt wurden. Sie ahmen das körpereigene Hormon GLP-1 nach, das den Blutzucker reguliert und das Sättigungsgefühl steigert. In den vergangenen Jahren haben Studien gezeigt, dass diese Wirkstoffe auch bei der Gewichtsreduktion erhebliche Erfolge erzielen können, was zu einem enormen Nachfrageboom geführt hat.

Medicare Part D als Schlüssel zur Kostenübernahme

Medicare Part D ist der Programmteil des staatlichen US-Krankenversicherungssystems, der verschreibungspflichtige Medikamente abdeckt. Versicherte können über entsprechende Part-D-Pläne die Kosten für die neu zugelassenen Abnehmmedikamente erstattet bekommen, sofern sie die jeweiligen Voraussetzungen erfüllen. Welche genauen Kriterien gelten, sollten Betroffene direkt bei ihrem jeweiligen Plan prüfen.

Für den deutschen Beobachter ist diese Entwicklung aus mehreren Gründen relevant: Novo Nordisk und Eli Lilly sind beide an internationalen Börsen notiert und zählen zu den meistbeachteten Pharmawerten weltweit. Die Ausweitung der Medicare-Deckung auf Abnehmmedikamente dürfte die Nachfrage nach GLP-1-Präparaten in den USA erheblich steigern und könnte sich entsprechend auf die Geschäftszahlen beider Konzerne auswirken.

Die Entscheidung spiegelt einen breiteren politischen Wandel in den USA wider: Adipositas wird zunehmend als behandlungsbedürftige Erkrankung anerkannt, für die staatliche Versicherungsprogramme aufkommen sollen. Wie hoch die konkreten Eigenanteile für Versicherte ausfallen werden, hängt vom jeweiligen Part-D-Plan ab. Betroffene US-Bürger sind daher aufgerufen zu prüfen, ob sie die neuen Anspruchsvoraussetzungen erfüllen.

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