MediaTek erwartet Milliardenumsätze mit KI-Chips
Taiwanischer Chiphersteller plant starkes Wachstum im Rechenzentrumsmarkt bis 2027

Taiwans führender Chiphersteller MediaTek rechnet bis 2027 mit Milliardenerlösen aus dem Geschäft mit KI-Beschleunigerchips. Unternehmenschef Rick Tsai erklärte auf einer Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen, dass MediaTek mit seinen maßgeschneiderten ASIC-Chips für Rechenzentren zunehmend Marktanteile gewinnen wolle. Nach einem erfolgreich abgeschlossenen ersten Projekt erwartet das Unternehmen bereits 2026 rund eine Milliarde US-Dollar Umsatz im Bereich Cloud-KI-Chips.
Tsai betonte, dass im Jahr 2027 mehrere Milliarden US-Dollar Umsatz aus dem ersten KI-Projekt erzielt werden sollen. Ein weiteres Projekt sei bereits in Vorbereitung und werde ab 2028 zusätzliche Erlöse bringen. Der adressierbare Gesamtmarkt für Rechenzentrums-ASICs wird derzeit auf etwa 50 Milliarden US-Dollar geschätzt. MediaTek strebt dabei an, innerhalb der nächsten zwei Jahre einen Marktanteil zwischen zehn und fünfzehn Prozent zu erreichen.
Erst zu Wochenbeginn hatte der US-Konkurrent Qualcomm zwei neue KI-Chips für Rechenzentren vorgestellt, die 2026 und 2027 auf den Markt kommen sollen. MediaTek arbeitet gleichzeitig eng mit Nvidia zusammen, um den GB10 Grace Blackwell Superchip zu entwickeln, der in Nvidias neuem DGX Spark, einem persönlichen KI-Supercomputer, eingesetzt wird. Dieses Gerät kam im Oktober in den Handel.
Auf Fragen zu Nvidias Investition von fünf Milliarden US-Dollar in Intel erklärte Tsai, er sehe keine Auswirkungen auf die künftige Zusammenarbeit zwischen MediaTek und Nvidia. Die gemeinsame Entwicklung des GB10 werde unverändert fortgeführt.
Im dritten Quartal erzielte MediaTek einen Umsatz von 142,1 Milliarden Taiwan-Dollar, was einem Anstieg von 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Nettogewinn sank leicht um 0,5 Prozent auf 25,5 Milliarden Taiwan-Dollar. Seit Jahresbeginn ist die Aktie um 7,4 Prozent gefallen und damit deutlich hinter dem taiwanesischen Leitindex zurückgeblieben, der um 22,6 Prozent zulegte. Die Aktie schloss am Freitag unverändert vor der Bekanntgabe der Zahlen.
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Zur AktienanalyseAuch der weltweit größte Auftragsfertiger TSMC hatte im Oktober seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr angehoben, gestützt auf eine anhaltend starke Nachfrage nach KI-Chips. Das Unternehmen meldete einen Rekordgewinn, der die Markterwartungen deutlich übertraf.


