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McCormick und Unilever: Warum der 65-Milliarden-Dollar-Deal funktionieren könnte

Unilever gliedert sein Lebensmittelgeschäft aus und fusioniert es mit McCormick – ein cleveres Steuerkonstrukt macht den Unterschied.

McCormick und Unilever: Warum der 65-Milliarden-Dollar-Deal funktionieren könnte

Große Fusionen in der Lebensmittelbranche klingen auf dem Papier oft verlockend, scheitern in der Praxis jedoch häufig. Hohe Schulden, stagnierende Marken und organisatorische Komplexität bremsen viele solcher Megadeals aus. Als Unilever vergangene Woche die Zusammenlegung seines Lebensmittelgeschäfts mit McCormick ankündigte, reagierten die Anleger skeptisch und verkauften die Aktien beider Unternehmen.

Dennoch könnte dieser 65-Milliarden-Dollar-Deal eine Ausnahme von der Regel sein. Der entscheidende Unterschied liegt in der Transaktionsstruktur – und die hat es in sich.

Das Reverse-Morris-Trust-Konstrukt

Der Deal wird als sogenannter „Reverse Morris Trust" strukturiert. Dieses in den USA etablierte Steuerkonstrukt ermöglicht es einem Unternehmen, einen Geschäftsbereich abzuspalten, ohne dabei eine massive Steuerlast auszulösen. Konkret bedeutet das: Unilever gliedert sein Lebensmittelgeschäft zunächst an die eigenen Aktionäre aus, bevor es mit McCormick fusioniert. Dieser Umweg vermeidet einen direkten Verkauf der Sparte, der einen hohen steuerpflichtigen Gewinn nach sich ziehen würde.

Das neu entstehende Unternehmen wird vom Management von McCormick geführt. McCormick ist vor allem als Gewürz- und Aromenhersteller bekannt und bringt damit operative Expertise in der Lebensmittelbranche mit. Die Führungsverantwortung liegt also bei einem Team mit einschlägiger Branchenerfahrung – ein Faktor, der bei Fusionen oft unterschätzt wird.

Die Eigentümerstruktur als Schlüssel

Das Konstrukt hat jedoch eine wichtige Bedingung: Damit der steuerfreie Weg rechtlich zulässig ist, müssen die Aktionäre der ursprünglichen Muttergesellschaft – also Unilever – nach Abschluss der Transaktion mehr als 50 Prozent des neu fusionierten Unternehmens halten. Diese Schwelle wird in diesem Deal deutlich überschritten.

Konkret werden Unilever und seine Aktionäre rund 65 Prozent des kombinierten Lebensmittelgeschäfts halten. Die bisherigen McCormick-Aktionäre kommen auf einen Anteil von 35 Prozent. Diese Mehrheitsbeteiligung ist nicht nur steuerrechtlich notwendig, sondern signalisiert auch, dass Unilever weiterhin ein starkes Interesse am Erfolg des neuen Unternehmens hat.

Unilever selbst wird als eigenständiges Unternehmen fortbestehen – künftig fokussiert auf die Bereiche Körperpflege, Wohlbefinden und Schönheit. Der Konzern trennt sich damit von seinem Lebensmittelgeschäft und schärft sein Profil als Beauty- und Wellnesskonzern. Für deutsche Anleger ist Unilever vor allem durch Marken wie Dove, Rexona oder Axe bekannt.

Skepsis der Märkte bleibt

Trotz der cleveren Struktur reagierten die Märkte zunächst verhalten. Fusionen in der Konsumgüterbranche haben in der Vergangenheit häufig enttäuscht, was das Misstrauen der Investoren erklärt. Ob der Deal tatsächlich die erhofften Synergien liefert, wird sich erst nach dem Zusammenschluss zeigen.

Für Anleger lohnt es sich, die Entwicklung beider Unternehmen genau zu beobachten. Die ungewöhnliche Transaktionsstruktur und die klare strategische Ausrichtung beider Seiten sprechen zumindest dafür, dass dieser Deal besser durchdacht ist als viele seiner Vorgänger in der Branche.

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