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Mazda erlebt Comeback in Russland trotz offiziellem Rückzug

Neue russische Verschrottungsgebühren verschieben Importströme – Mazda landet auf Platz sechs der meistverkauften Automarken.

Mazda erlebt Comeback in Russland trotz offiziellem Rückzug

Mazda ist zurück in Russland – zumindest auf dem Papier. Der japanische Automobilhersteller, der sich 2022 infolge des russischen Einmarsches in die Ukraine aus dem Land zurückgezogen hat, belegt laut Daten der russischen Analyseagentur Autostat im Zeitraum Januar bis Februar 2025 Platz sechs der meistverkauften Automarken Russlands. Insgesamt 4.871 Fahrzeuge wurden in diesen zwei Monaten verkauft – ein drastischer Anstieg gegenüber lediglich 338 Einheiten im gleichen Vorjahreszeitraum.

Treiber dieses Comebacks sind veränderte Importwege über Drittländer, vor allem China. Zehntausende Fahrzeuge westlicher Hersteller, die Russland verlassen haben, gelangen weiterhin ohne Zustimmung der Hersteller auf den russischen Markt. Mazda hatte bereits früher klargestellt, dass Verkäufe über Drittanbieter außerhalb seiner Kontrolle lägen. Reuters bat das Unternehmen erneut um eine Stellungnahme.

Verschrottungsgebühren als Wendepunkt

Der entscheidende Auslöser für den Anstieg ist eine Änderung der russischen Verschrottungsgebühren, die seit dem 1. Dezember 2024 gilt. Seitdem sind die Abgaben für leistungsstarke und teure Fahrzeuge, die Privatpersonen für den Eigenbedarf importieren, um mehrere hundert Prozent gestiegen. Kleinere, schwächere Motoren – wie sie etwa im Mazda CX-5 verbaut sind – sind von dieser Erhöhung deutlich weniger betroffen und qualifizieren sich für erheblich niedrigere Gebühren.

Das SUV-Modell CX-5 entwickelte sich dabei zum meistgefragten Importfahrzeug in diesem Segment. Die veränderte Gebührenstruktur macht kompakte Modelle für russische Käufer wirtschaftlich attraktiver als bisher. Das verschiebt die Nachfrage spürbar hin zu Fahrzeugen mit kleineren Antriebseinheiten.

Mazda hatte 2022 nicht nur seinen Vertrieb eingestellt, sondern verlor im vergangenen Jahr auch das Recht, seinen 50-prozentigen Anteil an einem Produktions-Joint-Venture im russischen Wladiwostok zurückzukaufen. Der Hersteller hat damit faktisch keinen Einfluss mehr auf die aktuellen Verkaufsvorgänge in Russland.

Russischer Automarkt wächst leicht

Der russische Gesamtmarkt zeigte sich im Februar stabil: Die Autoverkäufe stiegen laut Autostat im Jahresvergleich um 2,5 Prozent auf 80.027 Fahrzeuge. Neben Mazda schaffte es mit Toyota lediglich eine weitere nicht-russische, nicht-chinesische und nicht-belarussische Marke in die Top 10 – auf Platz neun. Die übrigen Plätze belegen chinesische Hersteller sowie russische und belarussische Marken, die von der geopolitischen Neuausrichtung des Marktes profitieren.

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