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Maschinenbau: Auftragswende nach drei Jahren Durststrecke in Sicht

Deutsche Maschinenbauer verzeichnen erstmals seit 2022 stabile Aufträge – Europa-Geschäft treibt Hoffnung auf Trendwende.

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Maschinenbau: Auftragswende nach drei Jahren Durststrecke in Sicht

Nach drei Jahren sinkender Nachfrage meldet die deutsche Maschinenbauindustrie eine Stabilisierung der Auftragseingänge. Im Jahr 2025 blieben die Bestellungen preisbereinigt auf Vorjahresniveau – ein Nullwachstum, das vom Branchenverband VDMA als hoffnungsvolles Signal gewertet wird. Besonders das Geschäft im Euro-Raum zeigte mit einem Plus von 7 Prozent deutliche Stärke.

Die Inlandsnachfrage hingegen schwächelte weiter mit einem Minus von 1 Prozent. Auch aus Nicht-Euro-Ländern gingen 2 Prozent weniger Aufträge ein. Die US-Zollpolitik unter Präsident Trump hinterlässt hier spürbare Bremsspuren. Dennoch überwiegt beim VDMA die Zuversicht: "Die Anzeichen auf eine konjunkturelle Bodenbildung verdichten sich", erklärt Chefvolkswirt Johannes Gernandt.

Besonders das vierte Quartal 2025 stimmt optimistisch. Von Oktober bis Dezember legten die Bestellungen real um 3 Prozent zu, getragen vom Auslandsgeschäft. Überraschend stark entwickelten sich dabei die Nicht-Euro-Länder, die gegen den Jahrestrend überproportional wuchsen. Diese Dynamik könnte 2026 endlich wieder auf die Produktion durchschlagen.

Produktion soll 2026 wieder wachsen

Für das laufende Jahr prognostiziert der VDMA ein Produktionsplus von real 1 Prozent – nach einem geschätzten Rückgang von 5 Prozent in 2025. Damit würde eine dreijährige Schrumpfphase enden. Die Branche hatte 2023 und 2024 bereits deutliche Produktionseinbußen hinnehmen müssen.

Die verbesserten Aussichten spiegeln sich auch in der Unternehmensstimmung wider. Bei der VDMA-Konjunkturerhebung im Januar bewerteten knapp 30 Prozent der 962 teilnehmenden Firmen ihre aktuelle Lage als gut oder sehr gut – im Oktober waren es nur 23 Prozent gewesen. Gleichzeitig sank der Anteil jener, die ihre Situation als schlecht einstufen, von 33 auf 24 Prozent.

Umsatzoptimismus bei Mehrheit der Unternehmen

Für 2026 rechnen rund 57 Prozent der Maschinenbauer mit steigenden Umsätzen, während 29 Prozent eine Stagnation erwarten. Nur knapp 15 Prozent befürchten Rückgänge. Diese Zahlen beziehen sich auf nominale Werte inklusive Preiserhöhungen.

Dennoch mahnt VDMA-Chefvolkswirt Gernandt zur Vorsicht: "Wir brauchen jetzt politische Rückendeckung für eine echte Trendwende." Strukturreformen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland und Europa seien unverzichtbar. Ohne politische Unterstützung bleibe die Erholung fragil.

Autoindustrie profitiert vom Europa-Geschäft

Auch wichtige Abnehmer wie die Automobilbranche zeigen sich optimistischer. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Januar leicht an, getrieben von besseren Geschäftserwartungen im Ausland. Ifo-Expertin Anita Wölfl sieht den innereuropäischen Handel als treibende Kraft. Gegenüber China und zunehmend auch den USA habe die deutsche Autoindustrie jedoch an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt.

Die Maschinenbauer stehen damit vor einem entscheidenden Jahr. Die Auftragsvorzeichen stimmen positiv, doch die globalen Unsicherheiten bleiben hoch. Anleger sollten die kommenden Quartalsberichte genau beobachten – sie werden zeigen, ob sich die zaghafte Erholung verfestigt oder nur eine kurze Verschnaufpause bleibt.

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