Marktkräfte bremsen Trumps Wirtschaftspolitik
Wachstum durch Steuererleichterungen, Risiken durch Zölle und Migrationspolitik

Nach der Wiederwahl von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten setzen Beobachter weiterhin auf die Selbstheilungskräfte des Marktes. Einige Maßnahmen seiner Regierung könnten das Wachstum steigern und die Inflation senken, etwa durch Steuererleichterungen, Deregulierung, verstärkte Energieproduktion und die Unterstützung technologischer Innovationen. Auch die Kürzung öffentlicher Ausgaben wird von manchen als potenziell wachstumsfördernd betrachtet. Andere politische Schritte hingegen wirken laut Expertenmeinung stagflationär: Dazu zählen unter anderem protektionistische Zölle, migrationsfeindliche Maßnahmen sowie Einschränkungen in Forschung und Wissenschaft.
Besonders kritisch gesehen werden Versuche, die Unabhängigkeit der US-Notenbank zu untergraben, ein steigendes Haushaltsdefizit zu befördern und durch gezielte Abwertung des Dollars wirtschaftliche Vorteile zu erzwingen. Investoren an den Anleihemärkten zeigen sich dabei zunehmend wachsam. Höhere Renditen langfristiger Staatsanleihen erhöhen den Druck auf die Regierung, von destabilisierten Maßnahmen abzurücken. In diesem Spannungsfeld könnten moderatere Kräfte innerhalb der Regierung an Einfluss gewinnen und durch Verhandlungen Handelskonflikte entschärfen.
Ein aktuelles Beispiel stellt die Verdopplung der Zölle auf Stahl und Aluminium auf 50 Prozent dar, die inmitten laufender Gespräche mit der EU angekündigt wurde. Auch frühere Drohungen gegenüber der Federal Reserve, etwa die angedachte Entlassung von Notenbankchef Jerome Powell, blieben letztlich folgenlos, nachdem negative Marktreaktionen die Regierung zum Rückzug zwangen. Trotz möglicher Personalwechsel bleibt die Fed strukturell unabhängig, da ihre Entscheidungen im Offenmarktausschuss von mehreren Mitgliedern getragen werden.
Ein Rückgang des Arbeitskräfteangebots infolge restriktiver Einwanderungspolitik könnte sich als weiterer Belastungsfaktor erweisen. Das Wirtschaftswachstum der Jahre 2023 und 2024 beruhte maßgeblich auf einer hohen Zuwanderung, einschließlich nicht dokumentierter Arbeitskräfte. Einschränkungen in diesem Bereich könnten steigende Löhne und Inflation zur Folge haben und sich langfristig negativ auf Trumps Ansehen auswirken. Trotz kritischer Töne gegen Universitäten und Wissenschaftseinrichtungen bleibt die USA weiterhin ein Magnet für internationale Talente, auch wegen der hohen Gehaltsdifferenzen.
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Zur AktienanalyseMaßnahmen wie ein „Mar-a-Lago-Abkommen“ zur gezielten Dollar-Schwächung stoßen auf breite Ablehnung. Wichtige Handelspartner und Verbündete zeigen kein Interesse an einer derartigen Kooperation. Auch Vorschläge zur Umwandlung kurzfristiger Anleihebestände in langfristige Papiere gelten als theoretisch und praktisch untauglich. Die demokratischen Institutionen der Vereinigten Staaten werden trotz politischer Spannungen weiterhin als stabil eingeschätzt.


