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Märkte trotzen Nahost-Risiken bei dünnen Handelsumsätzen

Trotz eskalierender Spannungen im Nahen Osten reagieren die globalen Märkte verhalten – Hoffnungen auf freien Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus dominieren.

Märkte trotzen Nahost-Risiken bei dünnen Handelsumsätzen

Die globalen Finanzmärkte starteten mit gemischten Vorzeichen in die neue Handelswoche. Bei dünnen Umsätzen ignorierten die Märkte weitgehend die geopolitischen Schlagzeilen des Wochenendes und setzten stattdessen auf Hoffnungen einer Einigung zur Wiederöffnung der Straße von Hormus für den internationalen Schiffsverkehr.

Die Futures auf den S&P 500 gaben zum asiatischen Mittagshandel um rund 0,6 % nach – ein moderater Rückzug von den Rekordhochs des vergangenen Freitags. Die meisten asiatischen Märkte legten hingegen zu, während die europäischen Futures einen deutlicheren Rückgang von 1,1 % verzeichneten.

Ölpreise steigen, bleiben aber unter 100 Dollar

Die Öl-Futures eröffneten mit deutlichen Aufschlägen, kamen jedoch von ihren Tageshochs zurück. Zuletzt notierten sie rund 5 bis 6 % höher, blieben aber unter der psychologisch wichtigen Marke von 100 US-Dollar pro Barrel. Für Anleger und Verbraucher in Deutschland ist diese Entwicklung besonders relevant, da höhere Ölpreise direkte Auswirkungen auf Energiekosten und Inflation haben können.

Die angespannte Lage im Nahen Osten lieferte den Hintergrund für die Marktbewegungen. Die USA gaben bekannt, ein iranisches Frachtschiff beschlagnahmt zu haben, das versucht hatte, ihre Blockade zu durchbrechen. Der Iran schwor daraufhin Vergeltung und erklärte zudem, nicht an einer zweiten Verhandlungsrunde teilzunehmen – die USA hatten gehofft, diese noch vor dem Auslaufen des Waffenstillstands am Dienstag beginnen zu können.

Europäische Verbündete zeigen sich besorgt über den Verhandlungsansatz der USA. Sie befürchten, dass ein unerfahrenes US-Verhandlungsteam auf ein medienwirksames Abkommen mit dem Iran drängt, das langfristig zu größeren Problemen führen könnte. Kanadas Premierminister Mark Carney brachte die veränderte Stimmung auf den Punkt: Die engen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten seien einst eine Stärke gewesen, nun aber zu einer Schwäche geworden.

Schiffsdaten sorgen für Erleichterung

Trotz der offiziellen Ankündigung des Iran, die Straße von Hormus erneut zu schließen, lieferten Daten des Analyseunternehmens Kpler einen Lichtblick. Demnach passierten am Samstag mehr als 20 Schiffe die strategisch wichtige Meerenge – der geschäftigste Tag seit dem 1. März. Diese Zahlen beflügelten die Marktstimmung und dämpften die schlimmsten Befürchtungen über eine vollständige Unterbrechung des Seehandels.

Neben den geopolitischen Entwicklungen rücken allmählich auch klassische Markttreiber wieder in den Fokus der Investoren. Unternehmensgewinne und Konjunkturdaten gewinnen nach Wochen dominierender Geopolitik wieder an Bedeutung. Dies könnte in den kommenden Handelstagen für mehr Stabilität und fundamentalbasierte Kursbewegungen sorgen.

Politische Turbulenzen in London

Auch aus Großbritannien kommen belastende Nachrichten für die Märkte. Der britische Premierminister Keir Starmer steht am Montag vor dem Parlament und sieht sich Rücktrittsforderungen gegenüber. Hintergrund ist sein Umgang mit der Ernennung von Peter Mandelson zum US-Botschafter, dessen frühere Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein im vergangenen September zu seiner Entlassung geführt hatten. Die politische Unsicherheit in London dürfte die britischen Märkte zusätzlich belasten.

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