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Märkte trotzen Iran-Krise: Wirtschaftsdaten überraschen positiv

Trotz eskalierender Drohungen Trumps gegen den Iran zeigen sich die Märkte widerstandsfähig – erste US-Wirtschaftsdaten für März stimmen optimistisch.

Märkte trotzen Iran-Krise: Wirtschaftsdaten überraschen positiv

Die globalen Finanzmärkte stehen weiterhin im Zeichen des Iran-Krieges, der sich mittlerweile in der sechsten Woche befindet. Doch trotz verschärfter Rhetorik aus Washington und steigender Energiepreise zeigen die Märkte eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit. Anleger scheinen zunehmend zwischen lautem politischen Getöse und konkreten wirtschaftlichen Entwicklungen zu unterscheiden.

US-Präsident Trump drohte am Montag erneut mit massiven Angriffen auf den Iran – darunter die Zerstörung von Brücken und Kraftwerken bis Dienstag Mitternacht, sollte keine Einigung erzielt und die Straße von Hormus nicht wiedereröffnet werden. Bereits am Sonntag hatte Trump mit kraftvollen Drohungen auf sich aufmerksam gemacht. Die Reaktion der Märkte fiel jedoch verhalten aus: Die Wall Street legte zu, der Dollar gab nach, und US-Staatsanleihen sanken nur leicht im Kurs.

Trumps Drohungen verlieren an Wirkung

Der Ölpreis stieg zwar, aber lediglich um rund ein Prozent – ein vergleichsweise moderater Anstieg angesichts der Schwere der Drohungen. Marktbeobachter deuten dies als Zeichen, dass Investoren Trumps Rhetorik zunehmend als bekanntes Muster einordnen und sich stattdessen auf handfeste wirtschaftliche Daten konzentrieren. Die Märkte sind zwar angespannt, ignorieren aber möglicherweise Signale, die sie in ähnlicher Form bereits mehrfach gehört haben.

Trotz der geopolitischen Belastungen liefern die ersten Wirtschaftsdaten für März aus den USA überraschend positive Signale. Die Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft – die sogenannten Nonfarm Payrolls – übertrafen die Erwartungen deutlich. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe kletterte auf den höchsten Stand seit 2022. Zusätzlich erreichte der US Economic Surprise Index am Montag ein fast vierwöchiges Hoch.

US-Wirtschaft zeigt sich robust – vorerst

Diese positiven Signale kommen trotz erheblicher Belastungen: US-Benzin kostet bereits mehr als vier Dollar pro Gallone, und der WTI-Rohölpreis liegt rund 65 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Wichtig zu beachten ist jedoch, dass einige der Umfragen nur den frühen Teil des Monats März abdecken. Die positiven Überraschungen könnten daher nicht von Dauer sein, sobald die vollen Auswirkungen der Energiepreise in den Daten sichtbar werden.

Besonders im Fokus stehen derzeit asiatische Schwellenländer. Länder wie Indien und die Philippinen haben seit Beginn des Iran-Krieges bereits am Devisenmarkt interveniert, um ihre Währungen zu stützen. Angesichts hoher Weltmarktpreise für Öl und Rekordaufschlägen in Asien für physische Ladungen und raffinierte Produkte dürfte der Druck auf weitere Länder zunehmen.

Asiatische Schwellenländer unter Druck

Besonders anfällig gelten Länder mit Leistungsbilanzdefiziten wie Indonesien. Aber auch Überschussländer sehen sich der Gefahr einer drohenden Energie-Devisen-Inflations-Abwärtsspirale gegenüber. In Worst-Case-Szenarien könnten einige Länder sogar gezwungen sein, Auslandsanleihen oder Goldreserven zu verkaufen, um Treibstoffimporte zu finanzieren – ein Szenario, das erhebliche Auswirkungen auf die globalen Anleihemärkte hätte.

Für Anleger bleibt die Lage komplex: Die kurzfristigen Wirtschaftsdaten aus den USA stimmen zwar optimistisch, doch die strukturellen Risiken durch anhaltend hohe Energiepreise und geopolitische Unsicherheiten sind nicht verschwunden. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Widerstandsfähigkeit der Märkte anhält oder ob die Realität der Energiekosten die positiven Frühindikatoren überlagert.

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