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Märkte im Wartemodus: Diplomatie zwischen USA und Iran entscheidet

Hoffnungen auf ein US-Iran-Abkommen beruhigen die Märkte – doch vor einem entscheidenden Wochenende dominiert Vorsicht.

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Märkte im Wartemodus: Diplomatie zwischen USA und Iran entscheidet

Die globalen Finanzmärkte zeigen sich zum Wochenschluss in einer abwartenden Haltung. Die Aussicht auf ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran beflügelt die Hoffnungen der Anleger und hält den Ölpreis unter der psychologisch wichtigen Marke von 100 US-Dollar pro Barrel. Dennoch bleibt die Lage angespannt: Die strategisch bedeutsame Straße von Hormus ist weiterhin größtenteils geschlossen, was das Risiko einer Eskalation jederzeit präsent hält.

US-Präsident Donald Trump hatte erklärt, dass eine neue Verhandlungsrunde bereits am Wochenende stattfinden könnte. Anleger neigen zunehmend dazu, seinem Optimismus zu vertrauen, dass ein Ende des Konflikts in greifbarer Nähe liegt. Diese Erwartungshaltung sorgt für eine sogenannte TGIF-Stimmung an den Märkten – Erleichterung zum Wochenende hin, verbunden mit der Hoffnung auf positive Nachrichten in den kommenden Tagen.

Krieg als Auslöser eines globalen Energieschocks

Der Konflikt begann am 28. Februar mit US-israelischen Angriffen auf den Iran und hat seitdem erhebliche wirtschaftliche Folgen ausgelöst. Der daraus resultierende Energieschock zwang den Internationalen Währungsfonds (IWF), seine Prognosen für die Weltwirtschaft nach unten zu korrigieren. Höhere Energiepreise, Unterbrechungen der Lieferketten und ein verlangsamtes Wachstum schlagen sich bereits in düsteren Unternehmensausblicken nieder.

Besonders europäische Unternehmen spüren die Auswirkungen – von Fluggesellschaften bis hin zu Einzelhändlern. Trotz der Hoffnungen auf robuste Gewinne im ersten Quartal trüben die Kriegsfolgen die Perspektiven erheblich. Die negativen Effekte manifestieren sich zunehmend in den Prognosen der Unternehmen für das laufende Jahr.

Im März hatten die Märkte heftig reagiert: Investoren flüchteten in die Sicherheit des US-Dollars, was zu einem deutlichen Ausverkauf an den Aktienbörsen führte. Ein zweiwöchiger Waffenstillstand Anfang April und erste Anzeichen für ein Friedensabkommen lösten jedoch eine rasante Risk-on-Rally aus. Die meisten wichtigen Aktienbörsen haben sich inzwischen wieder auf das Vorkriegsniveau zurückgekämpft, während der Dollar seine Gewinne als sicherer Hafen wieder abgegeben hat.

Waffenstillstand im Libanon gibt zusätzlichen Auftrieb

Weiteren Rückenwind erhielt die Marktstimmung durch einen zehntägigen Waffenstillstand zwischen dem Libanon und Israel, der am Donnerstag in Kraft trat. Dennoch traten Händler bis Freitag auf die Bremse. Die europäischen Futures deuteten auf eine verhaltene Eröffnung hin, während asiatische Aktien am Berichtstag schwächer notierten – aber dennoch vor einem starken Wochenplus standen.

In den USA sind die Aktienmärkte nach dem durch den Iran-Krieg ausgelösten Ausverkauf im März wieder auf Rekordhochs gestiegen. Marktbeobachter sehen Anzeichen dafür, dass die Rally noch weitergehen könnte, sollte es zu einem diplomatischen Durchbruch kommen.

Rohstoffe und Währungen im Fokus

Der Krieg verdeutlicht einmal mehr, wie Rohstoffe die Geopolitik neu gestalten. Währungen rohstoffreicher Länder sind dabei gut positioniert: Die Norwegische Krone, der Kanadische Dollar sowie der australische und neuseeländische Dollar könnten ihre größeren Pendants übertreffen. Der japanische Yen hingegen notiert wieder nahe der Marke von 160 pro US-Dollar.

Die Gefahr einer Intervention durch die japanischen Behörden erscheint dabei weniger dringlich als zuvor. Bank-of-Japan-Gouverneur Kazuo Ueda vermied es zuletzt, eine Zinserhöhung in diesem Monat zu signalisieren – ein Signal, das Anleger aufmerksam zur Kenntnis nahmen. Als wichtiger Datenpunkt für den Freitag gilt zudem die Veröffentlichung der Handelsbilanz der Eurozone für Februar, die weitere Hinweise auf die wirtschaftliche Lage in Europa liefern dürfte.

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