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Märkte brechen ein: Trump erklärt US-Iran-Waffenruhe für beendet

Trumps Aussagen auf dem NATO-Gipfel in Ankara schicken Aktien auf Talfahrt und treiben Ölpreise um 6,5 Prozent nach oben.

Märkte brechen ein: Trump erklärt US-Iran-Waffenruhe für beendet

US-Futures und europäische Aktien haben ihre Verluste im späten europäischen Vormittagshandel deutlich ausgeweitet, nachdem US-Präsident Donald Trump den Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran für beendet erklärt hat. Die Äußerungen des Präsidenten auf dem NATO-Gipfel im türkischen Ankara lösten unmittelbar Befürchtungen über eine Eskalation im Nahen Osten aus. An den Finanzmärkten reagierten Anleger mit Verkäufen – Aktien gaben nach, während Ölpreise sprunghaft anzogen.

Die Nasdaq-Futures, die am frühen europäischen Morgen noch unverändert notiert hatten, fielen nach Trumps Äußerungen um 1,4 Prozent. Die Futures auf den S&P 500 verloren 1,3 Prozent, der Dow-Jones-Future gab um 1,0 Prozent nach. Damit weiteten sich die Verluste, die bereits vor den Kommentaren bestanden hatten, erheblich aus.

Europäische Märkte unter Druck

Auch an den europäischen Börsen hinterließen Trumps Worte deutliche Spuren. Der europaweite Stoxx 600 fiel auf ein Einwochentief und notierte zuletzt mit einem Minus von 1,8 Prozent. Besonders hart traf es Bankaktien und energieintensive Titel: Ein Korb europäischer Bankaktien verlor 3 Prozent, ebenso wie ein Index für Luftfahrt- und Verteidigungsunternehmen.

Trump hatte auf dem NATO-Gipfel in Ankara unmissverständlich formuliert: „Ich denke, es ist vorbei. Ich möchte nichts mehr mit ihnen zu tun haben." Gleichzeitig schloss er den Friedensprozess nicht vollständig aus und fügte hinzu, er werde die US-Unterhändler „weiterreden lassen, wenn sie wollen." Diese widersprüchlichen Signale sorgten an den Märkten für zusätzliche Unsicherheit.

Ölpreise schießen nach oben

Unmittelbar nach den Äußerungen des Präsidenten stiegen die Ölpreise stark an. Rohöl der Sorte Brent verteuerte sich um 6,5 Prozent auf 78,97 US-Dollar pro Barrel. WTI-Futures kletterten ebenfalls um 6,5 Prozent auf 75,03 US-Dollar pro Barrel. Der sprunghafte Anstieg der Energiepreise dämpfte die ohnehin schwache Stimmung an den Aktienmärkten zusätzlich.

Der Hintergrund ist für die globale Energieversorgung von erheblicher Bedeutung: Ein Scheitern des Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran würde den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus gefährden. Durch diese strategisch wichtige Meerenge wird etwa ein Fünftel des weltweiten Erdöls transportiert – eine Unterbrechung hätte weitreichende Folgen für die globalen Energiemärkte und die Weltwirtschaft.

Bereits am Mittwoch hatte der Ölpreis fester notiert, nachdem die USA als Vergeltung für iranische Angriffe auf Handelsschiffe in der Meerenge eine Reihe von Zielen entlang der iranischen Küste angegriffen hatten. Die jüngsten Entwicklungen reihen sich damit in eine Serie von Eskalationsschritten ein, die die Märkte seit Tagen in Atem halten. Für Anleger bleibt die Lage im Nahen Osten damit ein zentraler Risikofaktor, der sowohl Energie- als auch Aktienmärkte weiterhin belasten dürfte.

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