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Marktausblick: Futures steigen, Oracle fällt, Inflationsdaten erwartet

Nach zweitägigen Verlusten deuten US-Aktienfutures auf eine Erholung hin – Oracle, Inflation und Adobe im Fokus.

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Marktausblick: Futures steigen, Oracle fällt, Inflationsdaten erwartet

Die US-Aktienmärkte starten mit positiven Vorzeichen in den Handelstag. Nach zwei aufeinanderfolgenden Verlusttagen zeigen die Futures eine deutliche Erholungstendenz, angeführt vom technologielastigen Nasdaq, dessen Futures zuletzt um 1,3 % zulegten. Futures auf den S&P 500 und den Dow Jones Industrial Average stiegen jeweils um 0,8 %.

Die jüngsten Verluste waren vor allem durch Schwäche im Technologiesektor ausgelöst worden. Anleger hatten dabei besorgniserregende Inflationsdaten sowie Entwicklungen im Nahen Osten verarbeitet, was die Stimmung an den Märkten spürbar belastet hatte.

Auch an den Rohstoff- und Anleihemärkten zeigten sich Bewegungen: WTI-Rohöl-Futures fielen um 1 % auf rund 89 US-Dollar pro Barrel, während Gold-Futures um 0,5 % auf 4.110 US-Dollar pro Unze nachgaben. Bitcoin notierte zuletzt bei 63.100 US-Dollar, nachdem die Kryptowährung in der Nacht zeitweise auf rund 61.000 US-Dollar gefallen war. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen sank leicht von 4,56 % auf 4,52 %.

Oracle-Aktie unter Druck trotz starker Quartalszahlen

Trotz eines überzeugenden Ergebnisberichts gerät die Oracle-Aktie (ORCL) vorbörslich unter erheblichen Druck. Der Cloud-Konzern meldete für sein viertes Geschäftsquartal einen Umsatz von 19,18 Milliarden US-Dollar sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,11 US-Dollar – beides über den Erwartungen der Analysten laut Visible Alpha. Der Auftragsbestand belief sich auf beeindruckende 638 Milliarden US-Dollar.

Was die Anleger jedoch verunsichert, sind die ambitionierten Kapitalbeschaffungspläne des Unternehmens. Oracle gab bekannt, im Geschäftsjahr 2026 bereits 43 Milliarden US-Dollar an Fremdkapital sowie 5 Milliarden US-Dollar durch Aktienverkäufe aufgenommen zu haben. Für das Geschäftsjahr 2027 plant der Konzern, weitere 40 Milliarden US-Dollar durch Fremd- und Eigenkapital einzusammeln. Die Sorge vor einer erheblichen Verwässerung und steigender Verschuldung ließ die Oracle-Aktie im vorbörslichen Handel um rund 9 % einbrechen – und droht, die Jahresperformance ins Minus zu drücken.

Erzeugerpreisindex als zweiter Inflationstest in zwei Tagen

Für deutsche Anleger mit US-Engagement ist der heutige Inflationsbericht besonders relevant. Um 14:30 Uhr MEZ wird der Erzeugerpreisindex (PPI) für Mai veröffentlicht. Ökonomen erwarten einen Anstieg der Erzeugerpreise um 0,7 % im Vergleich zum Vormonat – nach einem deutlich stärker als erwartet ausgefallenen Sprung von 1,4 % im April.

Bereits gestern hatte der Verbraucherpreisindex (CPI) gezeigt, dass die Inflation in den USA ein Dreijahreshoch erreicht hat. Als wesentlicher Treiber gilt der starke Anstieg der Kraftstoffpreise infolge des Iran-Krieges. Der PPI gilt als Frühindikator für die Verbraucherpreisentwicklung, da steigende Unternehmenskosten häufig an die Endverbraucher weitergegeben werden.

Die anhaltend hohe Inflation schürt bei Marktteilnehmern die Befürchtung, dass die US-Notenbank Federal Reserve gezwungen sein könnte, die Leitzinsen weiter anzuheben. Höhere Zinsen belasten in der Regel Aktien – insbesondere Wachstumswerte im Technologiesektor.

Adobe mit Quartalszahlen nach Börsenschluss

Nach Börsenschluss rückt Adobe (ADBE) in den Mittelpunkt. Der Hersteller der bekannten Softwareprodukte Photoshop und Premiere legt seine Quartalsergebnisse vor. Für das Unternehmen ist der Bericht ein weiterer Test, um Anlegern zu demonstrieren, dass das Kerngeschäft weiterhin auf solidem Fundament steht.

Der heutige Handelstag bietet damit eine Vielzahl marktbewegender Impulse: Erholungsversuche nach dem jüngsten Ausverkauf, ein richtungsweisender Inflationsbericht und wichtige Unternehmenszahlen von Adobe. Anleger sollten die Entwicklungen rund um den PPI-Bericht besonders aufmerksam verfolgen, da dieser die Erwartungen an die Fed-Zinspolitik maßgeblich beeinflussen dürfte.

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