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Man Group dreht Mittelabflüsse – Aktie springt sieben Prozent

Der weltgrößte börsennotierte Hedgefonds meldet Nettozuflüsse von 2,3 Milliarden Dollar und steigert den Vorsteuergewinn deutlich.

Man Group dreht Mittelabflüsse – Aktie springt sieben Prozent

Die Man Group, der weltweit größte börsennotierte Hedgefonds, hat im zweiten Quartal 2025 die Trendwende in ihrer wichtigsten Sparte geschafft. Die Absolute-Return-Einheit des britischen FTSE-250-Konzerns verzeichnete Nettozuflüsse von 2,3 Milliarden US-Dollar – und die Aktie legte daraufhin um bis zu sieben Prozent zu.

Die Absolute-Return-Sparte gilt als eine der am genauesten beobachteten Kennzahlen des Unternehmens. Sie zielt darauf ab, in jedem Marktumfeld eine positive Rendite zu erzielen – bei gleichzeitig hohen Gebühren. Die Zuflüsse im zweiten Quartal kehrten die Mittelabflüsse mehrerer vorangegangener Quartale um, nachdem die profitabelsten Strategien der Gruppe in einem volatilen Jahr 2025 fehlgeschlagen waren.

Seitdem hat sich die Performance spürbar erholt. Der Vorsteuergewinn stieg in den ersten sechs Monaten des Jahres von 77 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf 264 Millionen US-Dollar – ein deutlicher Sprung, der Anleger sichtlich erleichterte.

Rekordvermögen von 254 Milliarden US-Dollar

Das verwaltete Vermögen der Man Group erreichte Ende Juni einen Rekordwert von 254 Milliarden US-Dollar. Dazu trug vor allem die Long-only-Sparte bei, die im Quartal 6,8 Milliarden US-Dollar anzog. Positive Anlagerenditen steuerten weitere 16,7 Milliarden US-Dollar bei.

Die Man Group ist vor allem für ihre Hedgefonds-Einheit AHL bekannt, die in den 1980er Jahren zu den weltweiten Pionieren des computergestützten und auf mathematischen Modellen basierenden Investierens gehörte. Die Wertentwicklung dieser Strategien kann jedoch höchst unvorhersehbar sein, was zu starken Schwankungen des Aktienkurses führt – Anleger rechnen mit massiven Ausschlägen bei den erfolgsabhängigen Gebühren und Gewinnen.

Unter der Leitung von Vorstandschefin Robyn Grew arbeitet Man Group gezielt an einer Diversifizierung. Neben den klassischen Hedgefonds-Strategien baut das Unternehmen sein Angebot in Long-only-Investments sowie im Bereich Private Credit aus – Segmente, die stabilere, wenn auch geringere Gebühreneinnahmen versprechen.

Margen unter Druck – Wandel zum Vermögensverwalter

Die Diversifizierung hat jedoch ihren Preis. Es gibt Anzeichen dafür, dass die Gesamtrentabilität pro verwaltetem Dollar sinken könnte, da Man Group zunehmend einem traditionellen Vermögensverwalter ähnelt. Die Margen bei den Verwaltungsgebühren fielen seit Ende letzten Jahres gruppenweit auf relativer Basis um sieben Prozent. Hedgefonds-Strategien erzielen dabei doppelt so hohe Verwaltungsgebühren wie Long-only-Aktienstrategien.

Im Gegensatz zu Long-only-Strategien können Hedgefonds zudem hohe erfolgsabhängige Gebühren erheben, die die Gewinne in starken Performancejahren erheblich steigern. Der allgemeine Rückgang der Gebührenmarge war teilweise auf Einbußen im Hedgefonds-Segment zurückzuführen.

Man 1783 soll mit Millennium und Citadel konkurrieren

Um im hart umkämpften Hedgefonds-Markt zu bestehen, baut Man Group seinen Multi-Strategie-Fonds Man 1783 gezielt aus. Rund sechs Handelsteams wurden eingestellt, um mit diversifizierten US-Hedgefonds-Riesen wie Millennium und Citadel zu konkurrieren. Der Fonds verwaltet den Großteil der 3,8 Milliarden US-Dollar im Multi-Strategie-Segment der Gruppe und handelt verschiedene Strategien über alle Anlageklassen hinweg.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Man 1783 verzeichnete im ersten Halbjahr ein Plus von 7,9 Prozent. Für die Man Group insgesamt bleibt die Herausforderung, das Wachstum im verwalteten Vermögen mit der Verteidigung der Gebührenmargen in Einklang zu bringen – ein Balanceakt, den viele traditionelle Asset Manager kennen.

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