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Mali: Bergbaufonds soll 800 Millionen Dollar für Infrastruktur mobilisieren

Mali will Mehreinnahmen aus Bergbaureformen gezielt in Energie-, Wasser- und Transportprojekte lenken – bis zu 500 Milliarden CFA-Franc.

Mali: Bergbaufonds soll 800 Millionen Dollar für Infrastruktur mobilisieren

Mali plant, die gestiegenen Einnahmen aus seinem reformierten Bergbausektor für massive Infrastrukturinvestitionen zu nutzen. Finanzminister Alousseni Sanou erklärte, der staatliche Fonds für die Entwicklung der Energie-, Wasser- und Transportinfrastruktur könne bis zu 500 Milliarden CFA-Franc – umgerechnet rund 883 Millionen US-Dollar – für entsprechende Projekte mobilisieren. Die Äußerungen geben erstmals einen konkreten Einblick, wie die Militärregierung des westafrikanischen Landes die Mehreinnahmen aus der Überarbeitung des Bergbaugesetzes von 2023 einzusetzen gedenkt.

Die Reform des Bergbaugesetzes sah eine Erhöhung der Lizenzgebühren sowie eine Ausweitung der staatlichen Beteiligungen an Bergbauprojekten vor. Dies führte zu Spannungen mit internationalen Betreibern, darunter der kanadische Goldminenkonzern Barrick. Im Dezember gaben Regierungsvertreter bekannt, dass eine staatliche Prüfung vermeintliche Zahlungsrückstände von Bergbauunternehmen in Höhe von 761 Milliarden CFA-Franc aufgedeckt habe.

Fonds bereits aktiv – erste Mittel mobilisiert

In einem im Staatsfernsehen ausgestrahlten Interview erläuterte Finanzminister Sanou nach der ersten Sitzung des Infrastrukturfonds, dass dieser zwischen dem 1. Januar 2025 und dem 30. Juni 2026 bereits 109,14 Milliarden CFA-Franc mobilisiert habe. Der Fonds wurde im Jahr 2023 eingerichtet und wird ausschließlich durch Beiträge von Inhabern großer und kleiner Bergbaugenehmigungen finanziert.

Die Beitragsstruktur ist klar geregelt: Bergbauunternehmen zahlen 1 Prozent ihres Quartalsumsatzes sowie 10 Prozent der sogenannten Ad-Valorem-Steuern während der ersten fünf Betriebsjahre einer Mine. Nach Ablauf dieser Frist steigt der Satz auf 2 Prozent. Sanou betonte, dass der Fonds jährlich mindestens 50 Milliarden CFA-Franc generiere und als Hebel dienen könne, um deutlich umfangreichere Finanzmittel für Infrastrukturprojekte zu sichern.

Schienen, Straßen und staatliche Fluggesellschaft im Fokus

Malis Ministerin für Infrastruktur und Verkehr, Dembele Madina Sissoko, konkretisierte die geplanten Projekte. Dem Fonds seien unter anderem der Ausbau des Schienennetzes, der Straßenbau, die Anschaffung von Schiffen sowie Vorhaben im Zusammenhang mit der staatlichen Mali Airlines SA präsentiert worden. Die Projekte decken damit ein breites Spektrum an Infrastrukturbedarf ab, der für die wirtschaftliche Entwicklung des Binnenlandes von zentraler Bedeutung ist.

Malis Ansatz steht nicht allein auf dem afrikanischen Kontinent. Rohstoffproduzenten in ganz Afrika streben verstärkt nach einem größeren Anteil an den Gewinnen aus dem Bergbau. So genehmigte das ghanaische Parlament im vergangenen Jahr die Verwendung von Einnahmen aus dem Mineralsektor zur Finanzierung eines zentralen Infrastrukturprogramms namens „Big Push". Der Trend zeigt: Afrikanische Staaten wollen die Wertschöpfung aus ihren natürlichen Ressourcen zunehmend im eigenen Land halten und direkt in die Entwicklung investieren.

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