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Magnificent Seven: Warum Anleger jetzt auf Auslandsmärkte setzen

Portfoliomanager Julian McManus erklärt, welche internationalen Märkte und Sektoren er angesichts wachsender Sorgen um US-Technologiegiganten bevorzugt.

Magnificent Seven: Warum Anleger jetzt auf Auslandsmärkte setzen

Die Dominanz der sogenannten „Magnificent Seven" – der mächtigsten US-Technologiekonzerne – treibt Anleger zunehmend in internationale Märkte. Julian McManus, Portfoliomanager bei Janus Henderson Investors, erklärte gegenüber CNBC, dass die starke Konzentration auf eine Handvoll hochkapitalisierter US-Technologieaktien Portfolios anfällig mache. Sollte die Marktführerschaft dieser Titel ins Wanken geraten, könnten Anleger empfindliche Verluste erleiden.

Dieser Wandel markiert einen deutlichen Kontrast zur Situation vor zwei Jahren. Damals zögerten US-Finanzberater noch, Auslandsmärkte überhaupt in Betracht zu ziehen – nach einem Jahrzehnt, in dem amerikanische Aktien ihre internationalen Pendants beständig übertroffen hatten. Nun zeigen Daten des Finanzdienstleisters LSEG, dass der MSCI ACWI ex-US Index seit Jahresbeginn um über 8 Prozent gestiegen ist – und damit den S&P 500 mit einem Plus von 6,8 Prozent klar hinter sich lässt.

McManus bezeichnete die Entwicklung ausdrücklich nicht als massenhafte Abkehr von US-Anlagen. Vielmehr hätten die jüngsten Outperformance-Phasen internationaler Märkte die Anleger dazu veranlasst, ihre globalen Allokationen neu zu bewerten. Trotz erhöhter geopolitischer Unsicherheit habe die Politik dabei nur eine begrenzte Rolle bei den Anlageentscheidungen gespielt.

Europäische Banken, Japan und Südkorea im Fokus

Zu den bevorzugten Märkten von McManus zählen europäische Banken, japanische Finanzwerte sowie ausgewählte südkoreanische und chinesische Unternehmen. Ergänzt werden diese durch Verteidigungs- und Gesundheitsaktien. Europäische Banken seien laut McManus deutlich profitabler geworden und böten weiterhin Raum für eine Neubewertung nach oben.

Japanische Banken und Versicherer dürften von steigenden Zinsen profitieren – nachdem die Kreditkosten in Japan jahrzehntelang auf einem extrem niedrigen Niveau verharrten. Für Südkorea sieht McManus nach dem jüngsten Ausverkauf attraktive Bewertungen. Besonders hob er Samsung Electronics hervor: Anleger würden das langfristige Potenzial des Foundry-Geschäfts – also der Auftragsproduktion von Halbleitern – übersehen, das seiner Meinung nach in der aktuellen Bewertung des Unternehmens noch nicht ausreichend reflektiert werde.

China: „Nationale Champions" zu günstig bewertet

Gegenüber chinesischen Aktien zeigte sich McManus ebenfalls konstruktiv. Mehrere „nationale Champions" des Landes seien nach Jahren schwacher Marktstimmung „mit dem Bade ausgeschüttet" worden. Als konkrete Beispiele nannte er Tencent und den Batteriehersteller CATL – beides Unternehmen, deren Bewertungen ihre tatsächliche Wettbewerbsposition nach Einschätzung von McManus nicht vollständig widerspiegeln.

Trotz der allgemeinen Begeisterung für künstliche Intelligenz bleibt Janus Henderson bei den Bewertungen diszipliniert. Statt zu versuchen, die letztendlichen KI-Gewinner zu identifizieren, bevorzugt das Haus Investitionen in Halbleiterzulieferer. McManus argumentiert zudem, dass Anleger die langfristigen Renditen von KI-Investitionen insgesamt unterschätzen.

Breite Diversifizierung auch jenseits von Aktien

Das Streben nach Diversifizierung erstreckt sich über Aktien hinaus. Ian Horne, Investment Director bei Muzinich & Co., erklärte, die erhöhte Volatilität im Zusammenhang mit den Entscheidungen der US-Notenbank Federal Reserve und aktuellen Wirtschaftsdaten ermutige Anleger, ihre Portfolios global breiter aufzustellen, anstatt aggressive kurzfristige Wetten einzugehen.

Dennoch sehen nicht alle Vermögensverwalter Handlungsbedarf. Polka Mishra, Chef-Vermögensberaterin bei Javelin Wealth Management, betonte, ihre Kanzlei bevorzuge weiterhin US-Aktien. Als Argumente nannte sie das widerstandsfähige Wirtschaftswachstum, den nachlassenden Inflationsdruck sowie die anhaltende Führungsposition der USA im Bereich der künstlichen Intelligenz. Die Debatte über die optimale globale Allokation bleibt damit unter Experten weiterhin offen.

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