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Magna-Gründer Frank Stronach wegen sexueller Übergriffe schuldig gesprochen

Der 93-jährige Milliardär und Automobilzulieferer-Gründer wurde in zwei von zwölf Anklagepunkten verurteilt.

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Magna-Gründer Frank Stronach wegen sexueller Übergriffe schuldig gesprochen

Der österreichisch-kanadische Milliardär Frank Stronach, Gründer des Automobilzulieferers Magna, ist am Freitag von einem kanadischen Gericht wegen sexueller Nötigung und unzüchtiger Handlungen schuldig gesprochen worden. Die zuständige Richterin am Superior Court, Anne Molloy, befand den 93-Jährigen in zwei von zwölf Anklagepunkten für schuldig. Die Vorwürfe beziehen sich auf Vorfälle, die sich zwischen den späten 1970er- und den 1990er-Jahren ereignet haben sollen.

Insgesamt waren Stronach Vorfälle im Zusammenhang mit sieben Klägerinnen vorgeworfen worden. Er hatte in allen zwölf Anklagepunkten auf nicht schuldig plädiert. Bis zum Abschluss der Plädoyers im April hatte die Staatsanwaltschaft jedoch eine Anklage zurückgezogen und zugestimmt, dass Stronach in vier weiteren Punkten freigesprochen werden sollte. Der Prozess hatte im Februar begonnen.

Richterin Molloy erklärte, die beiden Frauen, die die zur Verurteilung führenden Anschuldigungen vorgebracht hatten, seien glaubwürdige und besonnene Zeuginnen gewesen. Sie schenkte ihren Schilderungen der weit zurückliegenden Ereignisse Glauben.

Reaktion der Verteidigung

Stronachs Anwältin Leora Shemesh zeigte sich vor dem Gerichtsgebäude dennoch teilweise zufrieden mit dem Ausgang des Verfahrens. „Herr Stronach wurde wegen der am wenigsten schwerwiegenden Vergehen gegenüber zwei Klägerinnen schuldig gesprochen, die in keiner Weise entblößt waren. Er war nicht entblößt. . . niemand war ausgezogen", sagte Shemesh. Die Verteidigerin kündigte an, man werde sich Zeit nehmen, um das Urteil gründlich zu prüfen.

Trotz der Schuldsprüche verteidigte Shemesh ihren Mandanten mit ungewöhnlichen Worten: Stronach sei „wirklich ein nationales Kulturgut und sollte meiner respektvollen Meinung nach auch so behandelt werden". Eine Anhörung zur Festlegung des Strafmaßes wurde für September anberaumt.

Vom Garagenbetrieb zum Milliardär

Frank Stronach gilt als eine der schillerndsten Unternehmerpersönlichkeiten Kanadas. Der gebürtige Österreicher gründete 1957 in seiner Garage den Automobilzulieferer Magna, der sich zu einem der größten Unternehmen seiner Branche weltweit entwickelte. Mit diesem Aufstieg wurde Stronach zu einem der reichsten Menschen Kanadas.

Neben Magna gründete Stronach auch die Stronach Group, ein auf Pferderennen spezialisiertes Unternehmen. Im Jahr 2011 trat er als Chairman von Magna zurück. Im darauffolgenden Jahr gründete er in seinem Geburtsland Österreich eine eigene politische Partei.

Weiterer Prozess steht bevor

Die rechtlichen Schwierigkeiten für den 93-Jährigen sind mit dem aktuellen Urteil noch nicht beendet. In Newmarket, Ontario, sieht sich Stronach einem weiteren Prozess wegen ähnlicher Vorwürfe gegenüber, der im Mai stattfinden soll. Das Verfahren dürfte die öffentliche Debatte über den einst gefeierten Unternehmer weiter befeuern.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist der Fall besonders relevant, da Magna International als einer der bedeutendsten Automobilzulieferer weltweit auch enge Verbindungen zur deutschen Automobilindustrie unterhält. Das Unternehmen selbst ist von den persönlichen Rechtsstreitigkeiten seines Gründers jedoch unabhängig, da Stronach bereits 2011 als Chairman zurückgetreten war.

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