Maersk hält Jahresprognose trotz Kostendruck durch Nahostkonflikt
Der dänische Schifffahrtsriese A.P. Moller-Maersk bestätigt seine Jahresprognose, warnt aber vor steigenden Kosten durch den Nahostkonflikt.

A.P. Moller-Maersk hält trotz erheblicher Belastungen durch den Nahostkonflikt an seiner Jahresprognose fest. Der dänische Schifffahrtsriese begründet dies mit einer weiterhin starken Nachfrage in der globalen Containerschifffahrt. Gleichzeitig warnte das Unternehmen, dass der anhaltende Konflikt die Betriebskosten durch Unterbrechungen im Schiffsbetrieb und höhere Treibstoffpreise deutlich in die Höhe treiben werde.
Es ist das erste offizielle Update des Unternehmens seit dem Ausbruch des Nahostkonflikts Ende Februar. Seitdem ist die Schifffahrt in der betroffenen Region massiv beeinträchtigt. Containerreedereien – darunter auch Maersk – haben ihre Dienste in und um die Straße von Hormus sowie den Golf von Oman eingestellt und leiten ihre Schiffe um, um das Rote Meer und den strategisch wichtigen Suezkanal zu meiden.
Kernsegment rutscht in die Verlustzone
Das Hauptgeschäft der Reederei, die Containerschifffahrt, verzeichnete im ersten Quartal einen empfindlichen Rückschlag. Höhere Transportvolumina konnten die gesunkenen Frachtraten nicht ausgleichen, was das Segment in die Verlustzone trieb. Die Sparte meldete einen Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 192 Millionen US-Dollar – ein drastischer Einbruch gegenüber einem Gewinn von 743 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum.
Maersk erklärte, dass der Konflikt das Nachfragewachstum in der betroffenen Region gegen Ende des Quartals spürbar belastet habe. Die finanziellen Auswirkungen spiegeln sich jedoch noch nicht vollständig in den Ergebnissen wider, da das Unternehmen aktiv daran arbeitet, die gestiegenen Kosten aufzufangen. Wie lange diese Pufferwirkung anhält, bleibt angesichts der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit offen.
Maersk fordert widerstandsfähigere Lieferketten
In einem deutlichen Statement nutzte Maersk die Gelegenheit, um auf die strukturellen Schwächen globaler Lieferketten hinzuweisen. „Nach den jüngsten Zöllen auf US-Importe stellt der Konflikt einen weiteren Weckruf dar, neue Instrumente einzusetzen, um die Lieferketten widerstandsfähiger zu machen und neue Strategien zur Milderung künftiger Störungen zu entwickeln", so das Unternehmen.
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Zur AktienanalyseDiese Aussage ist vor dem Hintergrund einer zunehmend fragilen Welthandelsordnung zu verstehen. Neben dem Nahostkonflikt belasten auch die US-Handelspolitik und die damit verbundenen Zölle auf Importe die globalen Warenströme. Für Reedereien wie Maersk bedeutet dies eine doppelte Herausforderung: geopolitische Risiken auf den Seerouten und handelspolitische Unsicherheiten auf der Nachfrageseite.
Für deutsche Anleger und Unternehmen ist die Entwicklung bei Maersk ein wichtiger Indikator für den Zustand des Welthandels. Als einer der größten Containerreedereien der Welt spiegelt Maersks Geschäftsentwicklung die Gesundheit globaler Lieferketten wider – und damit auch die Exportchancen der deutschen Industrie. Die Umleitung von Schiffen um das Rote Meer verlängert Transportwege erheblich und verteuert Importe und Exporte gleichermaßen.


