Maersk-Aktie bricht ein: Rückkehr zum Suezkanal belastet
Die Aktie des dänischen Schifffahrtsriesen Maersk verliert über 7 Prozent. Grund ist die Ankündigung, schrittweise wieder durch den Suezkanal zu fahren – das könnte die Frachtraten deutlich senken.

Der weltgrößte Containerschiff-Betreiber Maersk kehrt nach mehr als einem Jahr zur Route durch den Suezkanal und das Rote Meer zurück. Die Ankündigung löste an der Börse einen Kurseinbruch von über 7 Prozent aus. Investoren befürchten sinkende Frachtraten, da die kürzere Route die Transportkosten deutlich reduziert.
Erste Testfahrten bereits absolviert
Maersk hat bereits im Dezember eine Testfahrt durch den Suezkanal durchgeführt. Ab dem 26. Januar startet nun der wöchentliche MECL-Dienst, der den Nahen Osten und Indien mit der US-Ostküste verbindet, regulär über die Suez-Route. Die erste Abfahrt erfolgt vom omanischen Hafen Salalah.
"Diese Entscheidung folgt auf eine anhaltende Stabilisierung der Bedingungen im und um das Rote Meer", erklärt Maersk in einer offiziellen Stellungnahme. Das Unternehmen will seinen Kunden damit "die effizientesten Transitzeiten" bieten.
Hintergrund: Houthi-Angriffe zwangen zur Umleitung
Ende 2023 mussten Reedereien ihre Schiffe um Afrika herum umleiten, nachdem Houthi-Rebellen im Roten Meer Angriffe auf Handelsschiffe verübten. Die Rebellen begründeten dies mit Solidarität für die Palästinenser in Gaza. Der längere Weg um das Kap der Guten Hoffnung verteuerte den Transport erheblich, ließ aber gleichzeitig die Frachtraten steigen.
Suezkanal: Wichtigste Handelsroute weltweit
Der Suezkanal ist die schnellste Verbindung zwischen Europa und Asien. Laut Clarksons Research liefen vor den Houthi-Angriffen rund 10 Prozent des globalen Seehandels durch diese strategisch wichtige Wasserstraße. Die Rückkehr zur Normalität könnte den internationalen Warenverkehr erheblich beschleunigen.
Notfallpläne bleiben bestehen
Trotz der angekündigten Rückkehr hält Maersk an Notfallplänen fest. "Falls sich die Sicherheitslage verschlechtert, könnten einzelne Fahrten oder der gesamte MECL-Dienst wieder auf die Route um das Kap der Guten Hoffnung verlegt werden", heißt es in der Mitteilung.
Wettbewerber zögern noch
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Zur AktienanalyseDie deutsche Reederei Hapag-Lloyd beobachtet die Entwicklung genau, plant aber vorerst keine Änderung ihrer Routen. Ein Sprecher betonte jedoch, dass der Schritt von Maersk "die Lage verändere" und man die Situation kontinuierlich bewerte.
Waffenstillstand in Gaza weckt Hoffnungen
Der seit Oktober geltende Waffenstillstand im Gaza-Konflikt hat die Hoffnung auf eine dauerhafte Normalisierung des Schiffsverkehrs im Roten Meer genährt. Allerdings beschuldigen sich beide Konfliktparteien gegenseitig regelmäßiger Verstöße. Seit Inkrafttreten des Waffenstillstands wurden mehr als 440 Palästinenser und drei israelische Soldaten getötet.
Für die Schifffahrtsbranche bedeutet die mögliche Rückkehr zur Normalität einerseits Kosteneinsparungen und schnellere Lieferzeiten, andererseits aber auch einen Rückgang der zuletzt hohen Frachtraten – was den Kurseinbruch bei Maersk erklärt.


